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  • #1

Beamter und Freiberuflerin

Eine Frage, die ich hier nicht nicht erörtert fand: Wie können die unterschiedlichen Arbeitswelten von Staatsbediensteten und freiberuflich Tätigen harmonisch miteinander auskommen? Arbeiten bis Feierabend oder Arbeiten, bis der Kunde bedient, die Baustelle aufgeklärt, das Projekt an den gewünschten Punkt gebracht ist?
 
  • #2
Wie lange und zu welchen Zeiten Beamte/Staatsbedienstete arbeiten, ist ja zunächst mal völlig unterschiedlich.

Ein Verwaltungsbeamter im höheren Dienst (sprich: die Studierten) lässt heutzutage gewiss nicht um 16 Uhr den Stift fallen - sondern hat ebenfalls Besprechungen und Vorgänge, die sich bis in die Abendstunden hinziehen können, oder auch mal eine Abend- oder Wochenendveranstaltung. Die Beamten im höheren Verwaltungsdienst, die ich kenne, arbeiten durchschnittlich bis 19 Uhr (auch mal freitags).

"Klischee-Beamte", die am frühen Nachmittag schon daheim sind und sich zuvor nicht überarbeitet haben, sind meistens im einfachen oder mittleren Dienst zu finden und wahrscheinlich nicht deine Zielgruppe oder die von EP.

Dann gibt es natürlich noch spezielle Beamten-Berufe mit ganz anderen Arbeitszeiten (Polizisten, Lehrer).

Wie auch immer braucht es einfach gegenseitiges Verständnis - natürlich hat ein Selbständiger keine 08/15-Arbeitszeiten, sondern muss auch mal (!) abends was machen. Ein eigenständiger Partner, der sich auch mal alleine beschäftigen kann, wird hiermit kein Problem haben.
 
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  • #3
Es wird dann schwierig, wenn die Arbeitszeiten des Freiberuflers bis in den Abend/die Nacht dauern und/oder man gern abends und/nachts arbeitet, für den anderen der Arbeitstag aber wesentlich eher endet bzw. eher ein Frühmensch ist.
Bei mir z.B. ist dieses abends/nachts nicht nur -mal- der Fall, wie #1 das angedeutet hat, sondern oft und ich MAG das, es ist meine Zeit, ich laufe dann zur Hochform auf.

Da bräuchte es dann echt viel Verständnis von beiden Seiten. Aber Schichtarbeiter schaffen diesen Spagat auch. Es kommt immer auf die Beteiigten an.
 
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  • #4
Ein eigenständiger Partner, der sich auch mal alleine beschäftigen kann, wird hiermit kein Problem haben.

Da wäre da aber noch der Unterschied zwischen "machen kann" und "machen will". Menschen mit geregelten Freizeitblöcken möchten ihre Freizeit ja nicht gerne alleine verbringen müssen, sondern z.B. in den Ferien ausgedehnte Reisen unternehmen. Von einem Partner, der als Freiberufler oder Selbständiger über eine "freie" Zeiteinteilung verfügt, wird dann natürlich erwartet, daß er sich seine Arbeit entsprechend den Vorgaben des Partners einteilt. Daß das auf Kosten des Einkommens geht, wird von Festangestellten geflissentlich übersehen - ein ständiger Zankapfel.
 
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  • #5
Liebe/r FS

eine wichtige Frage, denn hierüber wird oft hinweggegangen, dabei stellen sich diese Arbeitswelten oft als schwerer vereinbar dar als es zunächst scheint.

Ich bin bislang überwiegend Freiberufler gewesen. Ich muss mich stetig um Projekte kümmern. Oft überlappen die sich auch, weil ich nicht will dass dazwischen gar nichts reinkommt. Nun traf ich einen Mann, der seit seinem 32. Geburtstag immer fest und unbefristet angestellt gewesen war. Obwohl wir viele Gemeinsamkeiten hatten und auch richtig verliebt waren konnte er sich überhaupt nicht vorstellen mit einer Freiberuflerin zu leben. Allein die Idee ich müsste am Freitagabend oder Samstag auch mal was am Schreibtisch arbeiten- völlig inakzeptabel für ihn. Er hatte denn auch eine ausgedehnte Liste von Freizeitaktivitäten die ich mir selbst nie erlauben konnte. Zwar kann ich mal eine Woche Urlaub planen, aber sicher nie spontan "mal eben so" nach Last-Minute-Manier. Er schaut abends TV oder geht zum Sport und er wünscht eine Frau, die sich dann komplett auf ihn einstellt, also alles stehen und liegen lässt. Der Witz an der Sache ist dass er mehr Paarzeit wünschte ohne mir dabei finanziell entgegen zu kommen. D.h. für mich bedeutet eine Partnerschaft mit dem Nicht-Freiberufler-Gewöhnten eine Einkommenseinbusse und eine organisatorische Doppelbelastung mit zwei Haushalten die ich mir schlichtweg nicht erlauben kann.
 
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  • #6
dabei stellen sich diese Arbeitswelten oft als schwerer vereinbar dar als es zunächst scheint.

Es sind wohl weniger die Arbeitswelten, die schwer vereinbar sind, sondern die Charaktere der Beteiligten, speziell wenn es darum geht, die Arbeitswelt des Partners als Teil seiner Persönlichkeit zu begreifen - schließlich hat er/sie sich diesen Beruf ja ausgesucht.

Ich zum Beispiel war stets unglücklich in Arbeitsverhältnissen, in denen ich sich bietende Chancen gerne ergriffen hätte, der Chef sich aber nicht so recht dafür erwärmen wollte. Heute bin ich zwar freier, habe dafür aber eine LG an der Backe, die sich immer genau dann vernachlässigt fühlt, wenn ich die von ihr gewünschte gemeinsame Freizeit gerade am wenigsten unterbringen kann.

Dieses "stehen und liegen lassen" ist leider symptomatisch für solche Verhältnisse, weil manche Menschen einfach nicht begreifen wollen, daß man anspruchsvollere Aufgaben nicht nach Belieben unterbrechen kann.
 
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