• #31
@#28: Es ist ja nicht so, dass wir uns hier einigen müssten, schließlich wollen wir ja keine Beziehung miteinander führen. :) Aber ein Kompromiss kann ja auch so aussehen, dass der finanziell stärkere Partner bei den materiellen Gegenständen mehr investiert als der andere. Bei einer Trennung gehören ihm dann aber auch mehr Gegenstände. Über das Thema Abnutzung reden wir jetzt mal nicht, das fände ich ein bisschen zu kleinkariert.

Bei den immateriellen Dingen wie Urlaub ist eine Einigung schon schwieriger möglich. Natürlich stelle ich mich nicht so an, wenn ihr ein 300 EUR zu einem schönen Urlaub fehlen; die geb ich ihr gerne, wenn ich schon länger mit ihr zusammen bin. Aber wenn wir hier über eine einjährige Weltreise reden, die etwa 35.000 EUR kostet, und ihr fehlen 15.000 EUR, dann können wir so einen Urlaub nicht machen. Und die Alternative ist auch nicht, dass ich das dann alleine mache, sondern keiner macht sie. Vielleicht ist das Vorhaben ja nur aufgeschoben, nicht aufgehoben.

Noch ein Punkt: Niemand rechnet in einer Beziehung alle Kosten genau auf. Wir sind doch keine Korinthenkacker. Es geht darum, dass in einer Beziehung auf Augenhöhe auch die Kosten Pi mal Daumen irgendwie geteilt werden. Ob das nun genau 50/50 oder 46/54 sind, spielt keine entscheidende Rolle; eine "gefühlte Gleichberechtigung" reicht mir.

Und schließlich: Du setzst immer voraus, dass bei einem deutlichen Verdienstmissverhältnis der Besserverdienende stets geneigt ist, sein Geld auch immer auszugeben. Das ist doch gar nicht immer der Fall. Es gibt auch Fälle, in denen deutlich unterschiedlich verdient wird, aber der Mehrverdienende lebt trotz seines hohen Verdienstes auf einem eher normalen/bescheidenen Level. Da tut es ihm gar nicht unbedingt weh, sich auf der finanziellen Augenhöhe des schlechter verdienenden Partners zu begeben.
 
  • #32
@#29: Du unterschätzst meine Bescheidenheit. :) Aber der Reihe nach.

1. Ich versuche, das Problem komplett zu vermeiden, indem ich aus meinem Beuteschema beispielsweise Spätstudentinnen, die noch ein paar Jahre studieren werden, ausklammere. In meinem Alter (38) kommt dieses Problem aber kaum noch vor. Gewisse finanzielle Kapazitäten kann ich also voraussetzen.

2. Was ich eben noch scherzhaft sagte, trifft in Wahrheit wirklich zu: Ich kaufe mir nicht jeden blöden Scheiß, auch wenn ich ihn mir locker leisten könnte. Meinen Lebensstandard könnte sich auch eine Frau mit einem Drittel meines Gehalts (bzw. Betriebseinnahmen; ich bin selbstständig) leisten. Deswegen ist es eher unwahrscheinlich, dass ich überhaupt in das Problem hineinrenne, das du beschreibst.

3. Nehmen wir an, es kommt doch zu dem Problem und bleiben wir bei deinem ETW-Beispiel. Zunächst würde ich nur in einer ETW wohnen wollen, die auch für andere Menschen potenziell interessant wäre. Ich glaube, in diesem Punkt gibt es keinen Interessenskonflikt. Zwar könnte ich die ETW bar bezahlen, aber das würde ich sinnvollerweise nicht tun. Ich würde einen Kredit mit Sondertilgungsoption aufnehmen, den meine Partnerin und ich dann gemeinsam abbezahlen (50/50). Die Tilgungsraten werden so gewählt, dass es ihr nicht wehtut. Sollte es irgendwann zur Trennung kommen, würde ich ihr anbieten, die ETW zu übernehmen. Je nach aktuellem Hypothekenzinssatz zu dem Zeitpunkt würde ich die Sondertilgungsoption ziehen oder den Kredit weiter abstottern. Da die Wohnung für mich alleine wahrscheinlich zu groß ist, würde ich sie weitervermieten. Hier kommt jetzt der günstige Umstand ins Spiel, dass die Wohnung in einer attraktiven Wohnlage liegt.

4. Bei geringwertigeren materiellen Gütern wie Fernseher, Waschmaschine, Spülmaschine usw. gibt's ja noch die Möglichkeit, dass einer mehr von diesen Dingen bezahlt, beispielsweise den Fernseher und die Waschmaschine und der andere zahlt die Spülmaschine. Bei einer Trennung bekommt dann jeder das, was er auch bezahlt hat.

5. Immaterielle Werte wie Urlaub: Dazu habe ich mich eben schon in meinem Posting an MadMax geäußert.
 
  • #33
@#29: Natürlich steigt das Vermögen von Jahr zu Jahr -- wäre ja auch traurig, wenn nicht, oder? Es kann doch nicht angehen, dass die Beziehung für den Besserverdienenden zur finanziellen Senke wird. Was ist denn, wenn die zwei sich wieder trennen? Dann hat einer womöglich Zehntausende in die Beziehung gesteckt? Wir reden doch hier nicht von Ehe, sondern ausdrücklich von normalen Partnerschaften, wie wir sie schon alle mal hatten, oder?

Jeder muss so leben, wie er es sich leisten kann. Genau deswegen nimmt man auch einen Partner auf Augenhöhe (+- 30%), dessen Lebensstandard zu einem passt. Alles andere macht auf Dauer unglücklich.

Ihr beachtet im übrigen vor allem einen Punkt nicht: Sobald man genug zum Leben auf dem groben gemeinsamen Lebensstandard hat (also z.B. 2500 und 3.500 netto), kommt es gar nicht mehr drauf an, wer genau was verdient. Man hat vielleicht eine schöne Wohnung für 1.500 monatlich, das sind pro Person nur 750. Lebenshaltungskosten liegen höchstens bei 500 monatlich pro Person, es bleibt also so oder so für jeden mehr als genug übrig. Wieviel, hängt eben vom Verdienst ab -- logisch, geht ja nicht anders. Da spielt es doch gar keine Rolle, wieviel wer spart (und für SICH selbst spart). Es wird immer genug für Urlaub und Freizeit da sein.

Erst wenn der Lebensstandard sich ganz entscheidend unterscheidet, würde es die Probleme geben -- die Wahrscheinlich, dass deren Lebensweisen zusammenpassen, ist aber auch unwahrscheinlich. Daher einfach auf ganz grobe Augenhöhe achten und fertig.

Wer großzügig sein will, der kauft SICH selbst einfach Luxusgüter, die von beiden genutzt werden, also z.B. einen teuren Fernsehen oder Mobiliar.
 
  • #34
@#32: Genau, Frederika. Und wenn sich die Einkommen tatsächlich stark unterscheiden und einer tatsächlich nicht weiß, wohin mit seiner Kohle, dann kann er sich ja einfach die luxuriösere Variante eines Produkts kaufen. Wenn beide beispielsweise zusammen Ski fahren wollen, dann kauft sich der eine einen günstigen Skianzug, meinetwegen bei Tchibo, und der andere kauft sich den edlen Bogneranzug für 1000 EUR. Wie die beiden jetzt zusammen aussehen, sei mal dahingestellt, aber sie können zumindest zusammen Ski fahren gehen.
 
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  • #35
Ohja.. Frederika rechnet ja alles Haarklein ab.. naja überrascht bin ich nicht... MadMax Dein Model klingt logisch und fair.
Mir wäre es zu blöd sich gegenseitig nur abzurechnen... es kommt natürlich darauf an ob man eine ernsthafte Partnerschaft hat, die auf Ehe- oder eheähnlich hinausläuft oder man noch in der Kennenlernphase ist.

In jedem Thread kommt immer eine Diskussion auf, woran wird der andere gemessen.....an Geld, Schönheit, Anssehen. Klischee usw...

Selten hanbe ich ich soviele - hunderte Meinungen- gesehen, die so oberflächlich sind... in nahezu jeder Angelegnheit - nie geht es um Menschen, nie um LIebe...
erschreckend.. und das wo sich angeblich!!..die geistig Gebildeten der Gesellschaft aufhalten.. Hammer, ich dachte das war nur vor Hundereten von Jahren so

Übrigens habe ich festgestellt, dass weniger verdienende meist großzügiger und herzlicher sind und ich geiz, kleinkarriertes Pfennigfuchsen nur bei den bestverdienensten wiedergefunden habe...
 
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  • #36
Madmax

mich verwundert das offensichtlich große unterschiede gemacht werden, ob man verheiratet ist, oder ob man "nur" eine beziehung führt.
in dem moment, in dem ich mit einer frau zusammen wohne, würde es für MICH keinen unterschied machen.

und die rechnung 2500netto abzüglich 500€ lebenshaltungskosten, abzüglich 750@ miete, kann ich nicht als vollständig ansehen. da gibt es doch noch einige kosten mehr, die auflaufen, bis man an dem punkt ist, dass etwas über ist...

mich würde mal interessieren, welche berufsgruppen wirklich bei ledigen 2500 bis 3500 netto haben.
wo wird in der heutigen wirtschaftssituation so viel einkommen gezahlt?
bis 3000 kann ich mir noch vorstellen...sind sicher nicht viele..., aber alles darüber, verdient doch nur eine minderheit.
wenn ich mir in dieser gehaltsregion einen partner suchen will, reduziere ich das angebot aber drastisch. vor allem als mann, eine frau zu finden, die über 3000 verdient...da muss man(n) lange suchen

für mich gelten bei der partnerwahl andere kriterien. solange die frau in der lage ist, ihr leben zu finanzieren und auch anderweitig zu meistern, wäre mir der finanzielle aspekt egal. den rest kann man organisieren.

ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, das dieser threat lediglich von 3 leuten bestritten wird...alle anderen halten sich hier raus...scheint ein heisses eisen zu sein...;-)
 
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  • #37
#35
Zitat:
ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, das dieser threat lediglich von 3 leuten bestritten wird...alle anderen halten sich hier raus...

....sollte es daran liegen, dass viele der Teilnehmer NICHT soviel wie Frederika und Thomas verdienen???
Die beiden sind sich sooo einig, dass man dort keinen Konsens finden wird.
Ich vertrete genau deine Ansichten!
Ganz besonders, wenn man schon zusammen wohnt, was ja bereits eheähnlich ist!

Wenn man in einer Beziehung das Gefühl hat, dass der Partner zu sehr auf seinen Vorteil und sein eigenes Geld bedacht ist, sorgt das auf Dauer in meinen Augen für unterschwelliges Mißtrauen. Klar muß man immer mit dem Ende einer Beziehung rechnen, aber eine Partnerschaft bereits mit dem Hintergedanken der möglichen Trennung zu beginnen, halte ich nicht unbedingt für förderlich, da es beide eher voneinander entfernt, als zusammenwachsen zu lassen.
 
  • #38
@#34: Dein Beitrag ist unangemessen und unfair. Ich habe nie gesagt, dass ich alles haarklein abrechne. Im Gegenteil habe ich meine Partnerschaften immer lässig und großzügig gelebt. Dass man Fixkosten einfach so halbiert und fertig, finde ich nicht gerade besonders verkrampft... dagegen würde mir eine Abrechnung im Verhältnis von Gehältern (am besten moantlich aktualisiert, was ?) zum Beispiel 41:59 viel mehr nach Konrinthenkackerei vorkommen!

Und was ist an 41:59 "logisch"? Es ist künstlich und kleinkrämerisch, sich die Gehälter vorzurechnen und völlig gleichwertig genutzte Wohnungen oder Haushaltskosten nicht einfach hälftig abzurechnen.

Was ist entspannter als 50:50? (wenn beide halbwegs ähnlich verdienen)
 
  • #39
@#35: MadMax, natürlich mache ich große Unterschiede zwischen "wir probieren aus, ob wir zusammen wohnen können", dann "wir führen eine Partnerschaft" und schließlich "wir gründen eine Familie und hoffen auf den Rest des Lebens miteinander".

Es soll wirklich kein Angriff sein, aber für mich klingt es vollkommen dämlich, alle drei Fälle gleich zu behandeln. Warum sollte man das so machen?

Ich kann doch mit einem Mann, den ich liebe, nach einem Jahr zusammen ziehen und weiß dennoch ünerhaupt nicht, ob wir uns nicht schon nach Monaten in einer Wohnung im Alltag auf den Wecker gehen. Wenn man sich einfach alles 50:50 teilt, dann ist das fair, unkompliziert, erfordert kein Offenlegen der Gehälter, erfordert kein kleinliches Abrechnen und ist auch noch denkbar einfach durchzuziehen.

In dieser Lage schaffe ich auf keinen Fall gemeinsames Eigentum an, sondern jeder kauft spezielle Objekte. Sollte die Partnerschaft scheitern, weiß jeder, was ihm gehört. Alles andere wäre während der Testphase doch unverantwortlich und unüberlegt.

In dieser Phase bezahl natürlich auch jeder selbst seine Kleidung, sein Auto und seinen Urlaub. Warum auch nicht? Warum soll man wenige Monate nach dem alleresten Zusammenziehen mit einem neuen Partner gleich ALLES in irgendwelchen Verhältnissen teilen?
 
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  • #40
MadMax

frederika, operiere bitte mit den, dir vorgegebenen fakten!
ich habe nie in kategorien von 41:59 gesprochen , sondern von in etwa 1/3 und 2/3 varianten.
und das thema war ja auch nicht, wie wird verteilt, wenn beide "auf gleicher augenhöhe" sind, sondern, wenn ein gefälle besteht.
 
  • #41
@#39: Nein, MadMax, wir haben beide hier abwechselnd irgendwelche Beispiele genannt. Deine sind keineswegs wichtiger als meine. Wie kommst Du darauf?

Also nehmen wir jetzt zwei Fälle:

A) 40:60 mit dem Beispiel 2.400 und 3.600 netto.
Bitte Deine Meinung zu diesem Falle: Wäre hier 50:50 für Dich OK?

B) 33:67 mit dem Beispiel 1.800 und 3.600 netto.
Willst Du hier wirklich Wohnung, Nebenkosten und Nahrungsmittel im Verhältnis 1:2 teilen, obwohl beide gleich viel essen und wohnen?

Ein Beispiel: Eine normale Wohnung kostet vielleicht 800 Euro monatlich, eine besonders schöne vielleicht 1.400. Der geringerverdienende Partner von B kann entweder auf der einfacheren, aber durchaus ausreichenden Wohnung bestehen und bei hälftiger Aufteilung für nur 400 Euro wohnen -- billiger als er alleine eine Wohnung nehmen würde. Oder er bezahlt 700 Euro und wohnt in einer exzellenten Wohnung für einen Preis, den er alleine schon fast bezahlen müsste. Er profitiert also so oder so vom Zusammenziehen. Das ist ja das schöne beim gemeinsamen Wohnen, dass selbst bei einer sehr schönen Wohnung alles bezahlbar bleibt, sobald man zu zweit ist. In beiden Fällen ist keine Alimentierung durch den besserverdienenden Partner notwendig.
 
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  • #42
Frederika, wo lebst Du?
2000 € netto, das ist ungefähr das was einen Entwicklungsingenieur in der Automobilbranche bei Steuerklasse I bleibt. Und das ist nicht gerade ein klassischer "Geringverdienerjob" im Akademikerbereich wie z.B. SozPäd, eher im Gegenteil.
Deine Ausgabenbeispiele klingen alltäglicher.

Wenn beide theoretisch auch alleine die Gesamtkosten tragen könnten ist die ganze Diskussion eher müßig als wenn die Kosten einen höheren Anteil des gemeinsamen Nettos ausmachen.
Überdenke mal folgende Zahlen, angeleht an Dein Beispiel A:
C) 40:60 mit dem Beispiel 1.350 (SozPäd) und 2000 (Ingenieur) netto.
Wohnen + Lebenshaltung ca. 1600
Das sind dann nicht mehr 27% (A) oder 30% (B) sondern 48%. Da kommen dann langsam schon andere Aspekte ins Spiel.

Am Hungertuch nagen alle nicht...
 
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  • #43
MadMax

zu #38

deine unterschiede frederika, mache ich nicht.
wenn ich mit einer frau zusammengezogen bin, ist es eine beziehung.
die "krönung" des ganzen, die gründung einer familie ist bei mir nicht vorgesehen, hat aber generell auch keine bedutung (für mich) für die wertigkeit einer beziehung.
für mich zählt in erster linie die frau, nicht die familiengründung.

deine verdienstangaben sind mir zu elitär.
deine lebenshaltenskosten sind eher normal, für mich zu niedrig angesetzt.
deine extreme aufrechnung ist mir zu pingelig.
in einer beziehung setze ich eher auf großzügigkeit.

ansonsten schliesse ich mich dem post von #41 an.
 
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