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  • #1

Arbeit, Kind unter einen Hut

Mein Partner und ich wollen gerne Kinder. Ich würde gerne ein jahr zu Hause bleiben und wollte dann wieder Vollzeit arbeiten gehen. Hat einen Finanziellengrund und auch für meine Rente.
Jetzt hab ich erfahren das das zeitlich nicht passt. Ich fahr knapp 1 Stunde 15 Min. zur Arbeit. Könnte das Kind morgens um 7 Uhr zur Betreuung geben, wär dann gegen 08:30 Uhr auf der Arbeit und müsste es dann bis spätestens 16 Uhr abholen. Wenn ich Vollzeit arbeite, wär ich vor 19 Uhr nicht zu Hause. Mein Partner nicht vor 17:30 Uhr und darauf kann man sich nicht verlassen. Geh ich Halbtaqgs habe ich 3 Stunden Fahrtzeit und 4-5 Stunden Arbeit am Tag, das lohnt ja kaum. Bliebe nur eine 3/4 Stelle. Das würde zeitlich auch mit der Betreuung passen. Mein Arbeitgeber ist aber ser flexibel, ich könnt auch für 4 Tage die Woche kommen, oder jeden Tag 6 Stunden, oder 2 volle Tage. Alles möglich.
Wie macht Ihr das denn so?
 
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  • #2
Nach einem Jahr Vollzeit arbeiten geht gar nicht. Das Maximum in dieser Konstellation sind 50 - 60 % für einen von beiden. Auch wenn euch dann ein paar Tage im Falle der Krankheit des Kindes zustehen ist auch das schon schwer zu bewerkstelligen. Du gehst anscheinend davon aus das dein Kind nicht oft krank wird. Das werden einige aber dauernd. Und du wirst auch bei jedem Anflug von Krankheit auf der Arbeit angerufen dein Kind abzuholen. Ich kenne kein Paar wo beide Vollzeit arbeiten, bevor der Nachwuchs nicht 16/17 ist. Da hilft auch später die OTGS nicht so umfassend. Es sei denn du hast 2 Großelternpaare zu denen du dein Kind oft und flexibel in der Nähe bringen kannst. Dazu kommen auch später noch 3 Monate im Jahr Schulferien. Die klassischen "Betreuungslöcher". Man kann jetzt zwar einwerfen, dass die AEs das alles hinbekommen, aber ich kenne keine die Vollzeit arbeiten konnte und der Preis war immer massiv hoch. Lieber vorher mehr Zeit ohne Job einplanen. Es sei denn dein Mann ist bereit zu reduzieren.
 
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  • #3
Wozu ein Kind anschaffen, für das man im Prinzip gar keine Zeit hat? Weder mein Mann, noch ich wollten so etwas einem Kind antun.

Ich habe nach 2 Jahren angefangen, nebenei von zu Hause zu arbeiten und das im Laufe der Zeit etwas aufgestockt.
Das war ideal, so hatte ich etwas von meinem Kind und mein Kind von mir und die Kontakte, die ich mir so erworben habe, bereichern mein Leben.

Kein Geld dieser Welt kann mir diese erfüllte Zeit mit Kind/Familie ersetzen!
 
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  • #4
Ich bin nach 1 Jahr Erziehungsurlaub wieder mit 60 % eingestiegen und hatte einen netten Chef, der mir einen Stundenplan nach Wunsch gemacht hat (mit Lehrerin an Vollzeitschule). Ich hatte auch ca. 1 Std. Fahrzeit je Strecke und musste mein Kind um 7 Uhr in die Kita bringen. Das war für mich, aber vor allem für das Kind stressig. Zum Glück nur 1 x pro Woche, die anderen beiden Tage hatte ich ab 10 Uhr, das war sehr angenehm. Obwohl ich nur 16 Std. Unterricht hatte und die restlichen Stunden in der Schule flexibel einteilen konnte (bei uns wird fast die Arbeitszeit an der Schule abgeleistet), war ich schon ziemlich gestresst. Schon alleine die Fahrerei, wenn man immer auf die Uhr schauen muss, ob man das Kind rechtzeiig abholen kann. Dann noch einkaufen, Hausarbeit machen, mit dem Kind beschäftigen usw. Man möchte ja schließlich das Kind nicht nur abholen und ins Bett bringen.

Als mein Kind dann in die Schule ging, habe ich dann etwas erhöht.

Überlege dir gut, wievuel du arbeitest. Dein Kind braucht dich auch und dein Mann hat auch nichts davon, wenn du immer nur abgespannt und genervt bist.
Geh es langsam an, erstmal mit 50 % und dann schauen, wie es sich entwickelt. Gerade die lange Anfahrt ist nicht zu unterschätzen.
Ich würde an 3-4 Tagen je 3/4 Tag arbeiten, dann hast du nicht den Zeitstress morgens und abends und lässt dir einen Tag frei für wichtige Dinge. Denke nur mal dran, du musst mal auf ein Amt, mal mit dem Kind zum Kinderarzt, Auto in die Wrkstatt bringen usw. Dazu brauchst du sonst immer Urlaub und den brauchst du, wenn die Kita Ferien hat.
 
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  • #5
Du hast etwas Entscheidendes vergessen: Dein Kind wirst Du heiß und innig lieben und wirst es nicht mit 12 Monaten jeden Tag so lange abgeben wollen. Habt ihr mal an ein Au Pair gedacht?
Dein Kind will ja nicht 8-9 Stunden pro Tag ohne Mama und Papa sein eine Kita ist laut udn anstrengend, mit 12 Monaten können die Kleinen noch nicht mal laufen oder lernen es gerade.
Für ein paar Stunden pro Tag oder auch 2-3 Tage die Woche ist das o.k., länger ist aber wirklich schierig für so ein kleines Kind.
Das KInd ist ein Individuum mit Wünschen und Bedürfnissen - und zu den Bedürfnissen zählt nicht 5 Tage die Woche 8-9 Stunden Kita. das ist zu viel.
Ich hatte neben der Kita noch eine Nanny, die den Kleinen in den Kindergarten gebracht und wieder abgeholt hat. Meine Kinder haben das so 3 Tage die Woche maximal mitgemacht, aber selbst dabei gab es großes Geschrei und Geheule.
Mein Kleiner ist jetzt fast vier Jahre und ich arbeite trotzdem nicht Vollzeit, der Große ist 8 - beide brauchen mich trotzdem. Klar kann ich sie wegorganisieren, aber es tut ihnen für so eine lange Zeit einfach nicht gut. Auch der Große braucht mich, sei es für Hausaufgaben oder auch mal, dass wir zusammen Mittagessen und er nicht in der Schulkantine isst, größere Kinder muss man dann zu Freunden fahren, zum Musikunterricht oder Sport, man muss schauen, dass sie eine geregelten Tagesablauf haben und nicht nur mit der Nanny Fernsehen.
Meine Nanny kommt um kurz vor 7, da schläft der Kleine noch, ich muss dann aus dem Haus. Ich will nicht, dass meine Kinder morgens um 7 schon angezogen sein müssen und der Tag für sie so früh und stressig anfängt. Die Nanny zieht sie an, frühstückt mit ihnen und bringt sie dann in Schule und Kindergarten. Nachmittags werden beide wieder abgeholt, bzw. der Große kann jetzt auch schon alleine nach Hause mit 8 Jahren.
Ich würde mir eine Tagesmutter holen oder zusätzlich zur Kita einen Babysitter. Übrigens muss mann die Kinder schon vor der Geburt anmelden, sonst bekommst du keinen Krippenplatz.

Aber Kinder sind toll, aber für die Frau ein Karrierekiller! Es sei denn, man verdient so viel, dass man sich ganz viele Betreuer leisten kann, hat Großeltern da oder einen Mann, der voll mitzieht (ist aber selten so).
Die ersten Jahre Vollzeit ist unrealistisch für Dich! Realistisch wäre, dass ihr beide etwas reduziert.
Oder Du 50% - das reicht fürs Erste.
Bin keine Glucke, aber ich rede einfach aus Erfahrung.

w,40
 
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  • #6
FS

Beide reduzieren wird nicht gehen. Da wird der Arbeitgeber meines Mannes nicht mitmachen. Ich bin im Öffentlichen Dienst tätig und habe da sogut wie alle Freiheiten. Praktisch auch das ich Gleitzeit habe.

Der lange Fahrtweg ist aber ein echtes Problem. Wenn ich bis 9 Uhr auf der Arbeit sein muss, muss das Kind ab 7 Uhr betreut sein. Gegen Mittag schaff ich niemals zu Hause zu sein.

Eine Tagesmutter wäre eine Option, aber ob das finanziell machbar ist? Großeltern und Verwandte gibt es gar nicht die mal einspringen können. Mein Mann auch nicht, der kann noch nicht mal die ihm zuustehenden Kinderkranktage nehmen ohne das es Ärger geben würde. Sein Vorgesetzer hat das mal in einem anderen Zusammenhang gesagt. Sein Arbeitgeber selbst preist sich als sozial an, aber eben nicht sein direkter Vorgesetzter. Und mein Mann ist sicher keiner der seinen Job aufs Spiel setzt. Urlaub in den Schulferien? Fehlanzeige.

Dabei ist er derjenige der unbedingt Kinder möchte. Ich möchte auch welche, aber nicht um jeden Preis.
Ich weiß das mir meine Rente sehr wichtig ist. ich seh das ja an meiner Mutter, als Hausfrau bekommt die nichts.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #7
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/beruf-und-familie-man-muss-wahnsinnig-sein-heute-ein-kind-zu-kriegen-12737513.html

Aktuell und passt wie die Faust aufs Auge dazu....
eigentlich hat der optimierte Mensch gar keine Zeit mehr für sowas wie Kinder.. und traditionelle Rollenverteilungen sind ja auch blöd..
 
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  • #8
FS


Ich weiß das mir meine Rente sehr wichtig ist. ich seh das ja an meiner Mutter, als Hausfrau bekommt die nichts.

Na da sollte es auch im Interesse deines Mannes sein, dass Du wieder arbeitest und er sollte Dich unterstützen und ne Nanny zahlen, denn im Falle einer Trennung muss er dir die Hälfte SEINE Rente abgeben für die Zeit Eurer Ehe.
 
  • #9
Dabei ist er derjenige der unbedingt Kinder möchte. Ich möchte auch welche, aber nicht um jeden Preis.
Ich weiß das mir meine Rente sehr wichtig ist. ich seh das ja an meiner Mutter, als Hausfrau bekommt die nichts.

Na, wenn er unbedingt Kinder will, dann sollte er auch ein paar Vorschläge machen, wie das zu organisieren ist. Und er sollte sich auch über die Zeugung hinaus einbringen. Ich kenne ein paar Männer, die unbedingt Kinder wollten aber nicht einen Millimeter an ihrer Arbeitsorganisation verändern wollten - die haben sich dann auch zu null Prozent in die Familienarbeit eingebracht. Jetzt sind sie alle Zahlpapas.

Es ist schön, dass Dein Arbeitgeber da flexibel ist und Dir keine Steine in den Weg legt. Es ist auch sehr vernünftig von Dir, dass Du nicht allzu lange im Job pausieren willst. Aber kürzer treten wirst Du wohl länger als ein Jahr lang müssen, auch wenn Dein Mann mitzieht.

Vielleicht solltet Ihr über einen Umzug nachdenken, um Deinen Arbeitsweg zu verkürzen. 2,5 Stunden täglich sind nämlich viel Zeit. Die Idee mit dem AuPair ist auch gut.

Wenn Dein Mann mit seinem direkten Vorgesetzten eine Flexibilisierung bzw. familienkompatible Gestaltung seiner Arbeitszeit nicht besprechen kann/will, obwohl das Unternehmen offiziell etwas anderes verlautbart, dann könnte er das Gespräch mit der Personalabteilung o.ä. suchen. Die können ihm sicher sagen, welche Modelle denkbar sind (vielleicht sogar eine Versetzung?). Es gibt sogar Leute, die wechseln den Arbeitgeber, um familienfreundlichere Arbeitsbedingungen zu bekommen...
 
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  • #10
Na, wenn er unbedingt Kinder will, dann sollte er auch ein paar Vorschläge machen, wie das zu organisieren ist. Und er sollte sich auch über die Zeugung hinaus einbringen. Ich kenne ein paar Männer, die unbedingt Kinder wollten aber nicht einen Millimeter an ihrer Arbeitsorganisation verändern wollten - die haben sich dann auch zu null Prozent in die Familienarbeit eingebracht. Jetzt sind sie alle Zahlpapas.

Genau so einer war meiner auch! Ihm waren über 10 Euro pro Stunde für eine Nanny zu teuer. Ich konnte nicht meinen Facharzt machen in Teilzeit und mit Kindern. Er hat Karriere gemacht, ich musste meinen Vollzeitjob nach 3 Monaten aufgeben, weil es einfach zu viel war für meinen 14 Monate alten Sohn.
Jetzt hat er den Salat - aber jetzt auf einmal will er, dass ich Vollzeit arbeite und er reduziert (was früher ja angeblich UNDENKBAR war) und die Kinder nimmt, dabei hat er sich früher gar nicht um sie gekümmert. Aber jetzt wird ihm das natürlich zu teuer!
 
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  • #11
Ich bin zwar schon aus dem ALter rauß, aber ist es nicht so, dass die Erziehungsjahre bei der Rente angerechnet werden? Außerdem ist es beim Öffentl. Dienst doch ziemlich einfach, TZ zu arbeiten.
Ich würde da lieber auf ein paar Euro Rente verzichten, als das Kind den ganzen Tag abzugeben.

Sau doch, welche TZ-Modelle es gibt und wie sich das in der Rente bemerkbar macht. Die Rentenversicherung bzw. Rentenstelle bei Beamten gibt da Auskunft.

Bei mir steht bald die Rente an und ich überlege, ob ich Altersteilzeit mache oder nicht. Das macht dann bei der Rente 30,- i. Monat aus. Da lache ich nur drüber.
Also lass dir erstmal die Fakten ausrechnen.
 
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  • #12
Hallo,
werde auch wieder zu 100% arbeiten gehen, wenn mein Kleiner (jetzt 4M) ein Jahr alt ist.
Dieses Jahr tut uns beiden wirklich sehr gut.
Meine Stellung: Leitung einer Kinderkrippe für Kinder von 0-3 J mit einer sehr hochwertigen Pädagogik und neuen, speziell eingerichteten Räumlichkeiten.
Da ich AE bin, ist das sehr gut für mich (finanziell, Kontakte, Abwechslung) als auch für mein Kind (Kontakte, Geschwisterersatz, emotionale und kognitive Anregung und Bildung). Da ich gleich um die Ecke bin, sind wir nicht mal getrennt. Und Krankheitstage (und die kommen IMMER in Kontakt mit anderen Kindern) sind abgesichert mit freier Arbeitseinteilung und zusätzlicher Betreuung (entweder Tagesmutter oder Babysitter).
Organisiere Dich gut. Warum nicht näher zum Arbeitsort ziehen. Die Zeit mit dem Kind zusammen kann Dir niemand auszahlen (Beziehungsaufbau und -pflege, Freude mit und Einfluss und aufs Kind) - bedenke das!!!
 
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  • #13
Für mich persönlich (w) kommt ein Kind nur in Frage, wenn mein Partner mitzieht. D.h. er auch bereit ist, Arbeitszeit zu reduzieren, nicht zu geizig für ne Nanny ist, etc. Andernfalls würde ich lieber auf ein Kind verzichten.
 
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  • #14
Ich bin zwar schon aus dem ALter rauß, aber ist es nicht so, dass die Erziehungsjahre bei der Rente angerechnet werden? Außerdem ist es beim Öffentl. Dienst doch ziemlich einfach, TZ zu arbeiten.
Ich würde da lieber auf ein paar Euro Rente verzichten, als das Kind den ganzen Tag abzugeben.

Sau doch, welche TZ-Modelle es gibt und wie sich das in der Rente bemerkbar macht. Die Rentenversicherung bzw. Rentenstelle bei Beamten gibt da Auskunft.

Bei mir steht bald die Rente an und ich überlege, ob ich Altersteilzeit mache oder nicht. Das macht dann bei der Rente 30,- i. Monat aus. Da lache ich nur drüber.
Also lass dir erstmal die Fakten ausrechnen.

Altersteilzeit kann ich gar nicht mehr machen. Meine Berechnete Rente ist trotz normal guten Einkommens nicht besonders hoch. Und ich denke das was einem für die Erziehungszeit angerechnet wird, ist nicht so toll. Ich kann schon verstehen das viele Mütter früh wieder arbeiten gehen. Um ein Kind zu unterhalten braucht man schon zwei Gehälter. Selbst wenn mein Partner doppelt verdient. Ich würde auch immer wieder arbeiten gehen wollen. Es ist ja meine eigene Rente.

Ich an deiner Stelle FS würde mir überlegen im 2. Jahr vielleicht Halbtags und ab dem Kindergarten dann 3/4 zu arbeiten. Jenachdem wie das mit der Betreuung abläuft kannst Du dann immer noch auf Voll wieder gehen.Aber Dein Mann sollte auch mal überlegen ob er reduzieren kann. Oder zumindest auf geregelte Arbeitszeiten achten. Es kann nicht sein das Du das alles alleine stemmen musst, auch weil Du den weiten Fahrtweg hast.
 
  • #15
Stünde denn eventuell auch ein Jobwechsel zur Debatte, dass du den Arbeitsweg verkürzen kannst? Ich weiß ja nicht, in was für einer Branche du tätig bist.
Eventuell gibt es ja auch Unternehmen, die einen internen Betriebskindergarten haben. Das wäre eine sehr gute Lösung.
Ein Au Pair würde dir den Stress nehmen, aber dein Kind siehst du dennoch nicht häufiger.
 
  • #16
Deine Fahrtzeiten sind ziemlich lang und fressen viel vom Tag. Ich würde ernsthaft über einen Umzug nachdenken. So lange Fahrtzeiten sind einfach Verschwendung von Lebenszeit, auch sind die Fahrtkosten nicht zu unterschätzen.
Vielleicht könnt ihr ja auch zeitlich versetzt arbeiten? Der eine bringt früh das Kind, der andere holt es?
Oder Du machst kurze und lange Tage. Aufgrund der langen Fahrtzeit sind weniger Arbeitstage mit dafür längeren Arbeitszeiten sinnvoller als seinen halben Arbeitstag im Zug oder Auto zu sitzen.
Völlig unabhängig von der Arbeitsplatzsituation Deines Mannes würde ich mir ausbedingen, daß auch er an wenigstens einem Nachmittag das Kind abholt und sich kümmert. Oder ihr spannt Freunde oder Großeltern für einzelne Abholaktionen ein.
Ich kenne einige Familien, die mit kleinen Kindern Vollzeit arbeiten, allerdings östliche Bundesländer.
Ein Einjähriges würde ich aber vermutlich nicht mehr als 7 Stunden täglich in die Krippe geben.
 
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  • #17
Liebe FS,
ich finde es sehr klug, dass Du an Deine Rente denkst, weniger klug finde ich, dass Du Deinen Mann überhaupt nicht in die Kinderbetreuung einbindest, sondern meinst, dass alles allein wuppen zu müssen, am besten auch noch alle Aktivitäten im Haushalt. So ist der Weg in den Burnout bereits planiert.

Ab einer gewissen Betriebsgröße hat Dein Mann einen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit - da ist es ziemlich egal, was der Arbeitgeber meint. Außerdem ist es mir ein Rätsel, warum Du mit Kinderabholung erst um 19:00 Uhr zuhause bist und Dein Mann schon um 17:30 Uhr. Warum holt er das Kind nicht ab, wenn er früher Schluss hat?
Ich habe unter Kollegen früher oft festgestellt, dass die Männer sich im Büro festgeklammert haben, um bloss nichts mit den Kindern zu tun zu haben. Die jungen Männer sind ganz anders - die rufen an, dass sie später kommen, weil sie mit dem Kind zum Arzt müssen oder sie machen um 16 Uhr Schluss, weil sie das Kind abholen müssen, dass die Mutter morgens in dei Kita gebracht hat. Das akzeptiert jeden und wenn nichts, dann nützt das auch nichts. Es gibt einen Fachkräftemangel in Deutschland, da trauen sich die Arbeitgeber bei qualifizierten und engagierten Mitarbeitern ganricht mehr rumzuzicken - jedenfalls bei uns in der Firma (IT).

Deine Fahrzeiten sind definitiv zu lang - das ist Stress verursachende Zeitvernichtung. Versuch' doch mal mit Deinem Arbeitgeber über Telearbeit zu reden oder fasst den Umzug an einen günstigeren Wohnort ins Auge, der für beide die Wege verkürzt.
 
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  • #18
ein Tipp von w, 50, der die Babypause Karriere und letztlich viel Geld gekostet hat:

Wenn dein Mann jetzt schon so rumzickt und nur auf seine Karriere schaut (denn schliesslich könnte er sich ja auch einen anderen kinderfreundlicheren Job suchen), wird das nach dem Kind nicht besser - du wirst mit dem Kind allein zuhause sitzen und Job und Kind alleine wuppen müssen, während er sich seinen Überstunden und seiner Karriere widmet! Wenn er unbedingt ein Kind will, muss er sich vorher genauso wie du Gedanken machen, wie das zu stemmen ist mit Job und Kind zusammen - und nicht nur du!
Ist er dazu nicht bereit (und das zeichnet sich ja jetzt schon ab), wirst du eine verheiratete Alleinerziehende sein - wie so viele Mütter. Willst du das nicht, lass das mit dem Kind oder such dir einen anderen Mann!
 
  • #19
also erstmal liebe FS:

Lass Dir nicht einreden dass Du nicht wieder arbeiten sollst. Solche Statements sind schlichtweg Blödsinn:

Dein Kind will ja nicht 8-9 Stunden pro Tag ohne Mama und Papa sein eine Kita ist laut udn anstrengend, mit 12 Monaten können die Kleinen noch nicht mal laufen oder lernen es gerade.
Das war bis auf die letzten 60 Jahre völlig normal- und zwar ohne Kita. Da sind die klenen von Grosseltern, grösseren Geschwistern etc. versorgt worden während die Erwachsenen auf dem Feld oder im Betrieb arbeiten mussten. Ging gar nicht anders. Kinder sind fast immer im Rudel gross geworden, ohne grössere Schäden davonzutragen.

Aber- es geht nicht ohne dass der Mann mitzieht- es ist genauso sein Kind.

Also ist er genauso in der Pflicht:
Mein Mann auch nicht, der kann noch nicht mal die ihm zuustehenden Kinderkranktage nehmen ohne das es Ärger geben würde. Sein Vorgesetzer hat das mal in einem anderen Zusammenhang gesagt. Sein Arbeitgeber selbst preist sich als sozial an, aber eben nicht sein direkter Vorgesetzter.
Na, dann ist es allerhöchste Zeit den AG zu wechseln! Mädel, wir haben in vielen Berufen mittlerweile einen Bewerbermarkt. Er ist mit DIR verheiratet, nicht mit seinem Chef!

Wir können derzeit nur gute Nachwuchskräfte bekommen wenn wir diesbezüglich alle Möglichkeiten anbieten. Da wir das schon seit etlichen Jahren machen ist das ein echter Wettbewerbsvorteil (wichtiger als das eigentliche Einkommen).

Und dann für Dich: zweieinhalb Stunden Fahrzeit täglich ist auch ziemlich heftig- wäre es möglich diese zur reduzieren? (Stellenwechsel, Umzug). Wenn nicht eine halbe Stelle auf 2-3 Tage/Woche verteilen. Ich damit als Vorgesetzter die besten Erfahrungen gemacht.

Ansonsten: Ich kann jeder nur raten nicht komplett aus dem Job zu gehen, ist ja nicht nur die Rente sondern auch ganz handfest die Tatsache dass man nach 5-10 Jahren aus dem Beruf nicht mehr reinkommt, die zeit ist zu schnellebig, Wissen veraltet zu schnell. Und was machst Du wenn dem Kerl auf einmal die Midlifekrisis packt oder er einfach berufsunfähig wird? Plus das neue Scheidungsrecht....
 
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  • #20
Mir eben einen Job suchen, der nicht 3 Stunden entfernt ist! Will man sofort arbeiten gehen und ein Kind verpflegen, klappt es am besten, man bleibt in der selben Stadt und sucht sich da eine Arbeitsstelle. Auf deinen Partner kannst du dich auch nicht verlassen die nächsten Jahre. Ihr wisst doch gar nicht, ob ihr zusammenbleibt oder ob er dich einen schönen Tages Hals über Kopf stehen lässt.
 
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  • #21
Jobwechsel geht ja auch nicht immer so leicht. In manchen Branchen sind die nicht gerade übbig gesäht, so wie bei mir. Oder man bekommt beim Wechsel wesentlich wenhiger Geld. So wie ich die FS verstehe ist sie im öffentlichen Dienst. Dort sind die Jobs nicht gerade übig gesäht.

Aber ein Umzug in die Nähe des Jobs sollte drin sein. Tägl. 4 Stunden arbeiten gehen und dann noch 3 Stunden Fahrtzeit, das lohnt doch gar nicht!
 
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  • #22
..wieso geben hier alle nur Tipps, wie die FS das mit ihrem Job alleine (!) hinbekommt? Hallo! Zum Kinderkriegen gehören immer zwei, und mir scheint es, als würde der Mann das Kind mehr wollen wie die FS (eigene Aussage), aber sie soll sich mal schön allein ums Kind kümmern, weil beim Mann geht TZ nicht und geregelte Arbeitszeit nicht und Urlaub während der ferien auch nicht ....

Gehts noch? Wir leben hier nicht mehr im Mittelalter - in so einer Situation würde ICH kein Kind bekommen wollen - daher gebe ich der FS den Tipp, lass das bleiben mit dem Kind, wenn der Mann gar keine Anstalten macht, sich auch in die Erziehung usw. einzubringen. Du hast nämlich nur die Wahl
- du bleibst zuhause - im Falle einer Scheidung hat er dann Karriere gemacht und du kannst von vorn anfangen und sitzt auf einer jämmerlichen Rente
- du packst Kind und Job alleine - aber bleibst dabei auf der Strecke - denn Leben besteht nicht nur aus der Hetze zwischen Job und Kind

In beiden Fällen bezahlst du die Rechnung alleine!
 
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  • #23
Wir haben es so gemacht: Erstmal uns ein Kind gewünscht, dann gewartet, dann die Schwangerschaft genossen und dann erstmal an die Elternrolle
gewöhnt und dann die Berufstätigkeit geplant und ausgeführt. Wenn du dir ein Kind wünschst, wirst du bald erfahren, dass du zum Glück hier nicht alles präzise vorplanen kannst und das auch gar nicht nötig ist.
Entspann dich einfach mal und genieße dein Leben.
 
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  • #24
(...)
Ich manage das Leben mit meiner Tochter nun schon seit knapp 12 Jahren allein, und bin zu 100% wieder arbeiten gegangen als sie gerade mal ein halbes Jahr alt war.
Die ersten drei Jahre hat sie bei einer Tagesmutter verbracht, und sie erinnert sich daran noch heute als eine sehr schöne Zeit. Allerdings hatte ich seinerzeit auch bewußt eine Tagesmutter ausgewählt, die mehrere Kinder gleichzeitig betreute, so dass es für meine Tochter wie in einer kleinen Kindergarten-Gruppe war. Aus den Kindern sind langjährig gute Freunde geworden.
Später habe ich das mit den Betreuungs- und Abholzeiten dergestalt geregelt, dass ich die Fahrtzeit mit meiner Tochter verbracht habe, d.h. ich habe sie in einen Kindergarten direkt hinter meiner Arbeitsstelle gegeben und später auch in eine Grundschule, die direkt gegenüber dem Kindergarten lag. So hatte ich jeweils nur drei Minuten Fußweg zwischen Arbeitsstelle und Kindergarten/Schule und konnte auch jederzeit kurz "rüberspringen", wenn Not am Mann war, mit Lehrern oder Betreuern gesprochen werden oder das kranke Kind abgeholt werden mußte etc. pp. In der Regel konnte ich aber von kurz nach halb acht bis kurz vor 16:00 Uhr, also volle 8 Stunden am Tag in aller Ruhe meinem Job nachgehen... Jetzt ist sie knapp 12 und auf dem Gymnasium ein paar Straßen weiter.

Es ist also keineswegs so - ob mit oder ohne Mann -, dass man in den ersten Lebensjahren eines Kindes zwangsläufig karrieremäßig ins Abseits gerät bzw. nur mit einer sehr verringerten Stundenzahl wieder das Arbeiten anfangen kann...

Umgekehrt ist es im Hinblick auf die Unsicherheit des dauerhaften Bestandes der Ehe und auch die Vorsorge für das Alter absolut unbezahlbar, finanziell auf eigenen Füßen zu stehen, nicht um Unterhalt betteln zu müssen und trotzdem das Leben genießen und dem Kind aus eigenem Einkommen etwas bieten zu können.

Und wegen einer möglicherweise falschen Partnerwahl aufs Kind zu verzichten, finde ich den schlechtesten Rat überhaupt. Trotz manchmal wirklich schwierigem Spagat zwischen den Anforderungen, die einerseits ein Kind stellt und andererseits der Beruf mit sich bringt - sicher ist es oft eine Hetze... -, ist meine Tochter das Beste, was mir überhaupt je passieren konnte. Auch ohne jedwede männliche Unterstützung... ;-)

w 44
 
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