• #1

Antidepressiva und Sex. Was könnte helfen?

Hallo,mein Freund nimmt seit ein und halb Jahren Antidepressiva und hat gar kein Lust auf Sex(wir sind beide Mitte 20).Wir haben vielleicht nur einmal probiert und es ging nicht.Vor ein Monat hat er mit AD aufgehört und ich hab Verständnis aber würde gerne wissen wann komm sein Laust auf Sex endlich zurück? Und was hilft damit es zurück kommt?
 
  • #2
Ich hatte nach der Geburt unseres Kindes 3 Jahre mit Depression zu tun. Was denkt er oder Du, hat er die Depri noch oder versucht er nur ohne auszukommen? Der Körper stellt sich ja wieder um, ohne Tabletten zu leben, dass geht entweder nach hinten los oder wird langsam besser. Bei mir hat das mit langsam besser 3 Monate gedauert, mit der Angst im Nacken, dass es wieder kommt. Wie lange hat er denn die Tabletten genommen und gab es einen Grund für die Depression?
 
  • #3
Liebe FS,
zu wenig Info, um Dir sinnvoll antworten zu können und sowieso von Fall zu Fall verschieden.

Hat er die AD abgesetzt, weil die depressive Episode zuende ist oder weil Du Druck wegen Sex machst?
Nur mal so ein Tipp: auch ohne Depression ist Druck seltenst lustfördernd sondern lustkillend.

- Wenn er noch eine Depression hat, dann kann die Lustlosigkeit daran liegen, auch wenn er die Medikamente abgesetzt hat.
- Er hat das AD lange genommen. Abhängig von seinem Stoffwechsel dauert es bis zu 3 Monate, bis die körperliche Umstellung auf den Betrieb ohne Pillen funktioniert. Dabei geht es nicht nur um den messbaren Wirkstoffspiegel, sondern um den seelischen Betrieb im Alltag ohne den Wirkstoff - kann anstrengend und erschöpfend sein.
- Es gibt AD die vertreiben die Lust richtig lange, also Jahre.
- Depressionen sind eine teuflische Krankheit, versteht keiner der es nicht durch hat. Im Zuge einer längeren und schweren Depression verändert man sich (gerade in Verbindung mit Therapien), sodass man nicht sagen kann, ob es eine Langzeitwirkung der Medikamente ist, ob die Beziehung nicht mehr passt, ob es der wahrgenommene Druck (Arbeit/Studium muss funktionieren, sonstiger Alltag, Freundin soll bedient werden) ist, wieder im Alltag zu funktionieren.
Guck also hin,ob es nur mit dem Sex nicht klappt, oder ob er an mehreren Fronten zu kämpfen hat.

Im Endeffekt muss er das für sich mit seinem behandelnden Arzt klären (das Körperliche) und seinem Psychotherapeuten (das Seelische und Soziale).
Machst Du Druck, bewirkst Du das Gegenteil von dem was Du willst.
 
  • #4
Zuerst einmal ist es nicht klar, ob es bei Deiner Frage um den Sexualtrieb geht oder um die Potenz. Das sind zwei völlig verschiedene Sachen. Danke vielmals!
ErwinM, 51
 
  • #5
Liebe FS,

erstmal hoffe ich, dass dein Freund seine Depressionen auch wirklich überwunden hat, wenn er die Medikamente absetzen wollte. Ansonsten könnte seine sexuelle Unlust nämlich auch damit zusammenhängen.

Generell denke ich nicht, dass dir hier jemand genau sagen können wird, wie lange diese Symptome noch anhalten werden. Denn das hängt sehr individuell von der Art des Antidepressivums, der Dosis sowie physischen und psychischen Einflussfaktoren ab. Da würde ich mich an eurer Stelle eher an den verschreibenden Arzt wenden.

Es gibt übrigens auch Antidepressiva, die nicht mit gefürchteten Nebenwirkungen wie Libidoverlust oder auch Gewichtszunahme einhergehen. Ich habe so eines, der Wirkstoff heißt Bupropion. Es hilft mir sehr und die schlimmste Nebenwirkung, die ich feststellen konnte, war leichte Mundtrockenheit. Meine Libido hat auf jeden Fall nicht darunter gelitten. Vielleicht wäre das auch eine Alternative für deinen Freund, sollten die depressiven Symptome zurückkehren (was ich natürlich nicht hoffe).

Alles Gute für euch beide!

W, 27
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #6
Eine Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist. Ich selbst war auch schon mal in der unglücklichen Situation eine schwere Depression zu durchleben. In dieser Zeit hat hat der Betroffene eigentlich nicht nur keine Lust auf Sex, sondern es fällt alles schwer.

Die Antidepressiva lindern seine Beschwerden, doch sie bewirken keine Wunder. Ist er den sonst in Therapie und warum wurden seine Antidepressiva abgesetzt? Wegen Besserung oder einfach, um auszuprobieren, ob seine Lust dadurch zurückkommt? Letzteres ist kontraproduktiv und eventuell auch gefährlich für ihn.

Die gute Nachricht ist, mit einer guten Therapie und einer Besserung der Lebensumstände, kann die allgemeine Lebenslust und die spezielle Lust auf Sex wiederkommen. Je nach Schwere entsprechend langsam, aber möglich. Es erfordert aber sehr viel Geduld, Leidensfähigkeit und Vertrauen.

Ich wünsche euch, dass ihr Beides habt. Und deinem Freund gute Besserung.
 
  • #7
Hallo!

also ich hab 4 Wochen AD genommen und mir ist alle Lust an Sex oder Nähe vergangen. Obwohl ich davor mich fast alle 2 Tage selbstbefriedigt habe oder mit meinem Mann geschlafen habe. Diese Medikamente können einen echt zerstören und gefühllos machen. Ich war teilweise wie auf Drogen und mir war alles scheiss egal. Ich war weder glücklich noch traurig!

Sex oder Intimität war für mich unmöglich. Aber als ich sie absetzte kam das bei mir innerhalb von 2-4 Tagen wieder komplett zurück und endlich kann ich wieder angenehm „leben“ 😊
 
  • #8
Das ist ein klassischer Fall für den Urologen. Ich rate, einen solchen aufzusuchen. Zu Medikamentenwirkungen kennt sich ein Schuldmediziner in aller Regel gut aus.
 
  • #9
Hallo,

Das kann er nur selbst mit seinem Therapeuten klären, den er hoffentlich auch hat. Du wirst das nicht regeln können. Da gibt es auch kein Hausrezept. Die verminderte Lust kann durch die Depression selbst ausgelöst sein, aber auch Nebenwirkungen der Medikamente sein.
Weshalb hat er mit den AD aufgehört?

Wichtig für dich ist es, dass du das nicht als Ablehnung deiner Person wertest. Denke nicht, dass er dich nicht mehr liebt oder attraktiv findet.
Dein Freund ist schlicht krank. Dafür kann er nichts.
Bedränge ihn nicht, sonst führt das erst recht zu einem Rückzug.
Habe auch wirklich Verständnis.
Wann das wieder zurück kommt, kann niemand vorhersehen.
Auch dein Freund selbst nicht.
 
  • #10
Hallo,
es könnte helfen, darüber mit einem Arzt/dem betreuenden Facharzt zu sprechen. Das hier ist kein medizinisches Forum.
Alles Gute!
w56
 
  • #11
Hi!
Manche Psychopharmaka haben die Nebenwirkung, dass die Lust schwindet oder zwar Lust da ist, aber das beste Stück nicht hart wird.
Hoffentlich hat Dein Freund das mit dem Arzt abgesprochen, dass er die Medis absetzt.
Auch die Depression kann dazu führen, dass er keine Lust auf Sex hat... wahrscheinlich magst Du auch selbst nicht vöxxxln sondern mehr kuscheln, wenn Du traurig und verzweifelt bist...
 
  • #12
@Vikky Er hat AD genommen meisten weil er Panikattacken immer hatte und angststörung von alles(im Auto alleine zugesperrt zu sein,im Raum Tür zu zumachen...) Das war selbst sein Entscheidung mit AD aufzuhören weil er fand das er dieser Angst überwinden hat,und das hat er auch weil für jetzt ist alles gut.Ich hab ihm nie etwas wegen Sex gesagt weil ich weiß das es ihm selbst peinlich ist und schwerer als mir.Ich hab hier nur geschrieben,weil ich Meinungen hören sollte von dir Menschen die es auch genommen haben.Ich musste echt von anderen hören das das normal ist das er mich nicht will wegen seine AD,da ich mich selbst immer leid tue und sage ich wäre nicht genung.Nicht attraktiv und das mit mir etwas nicht stimmt.
 
  • #13
Viele Antidepressiva haben als Nebenwirkung Libidoverlust, deshalb setzen junge akute häufig die Medikamente ab. Selber absetzen kann aber sehr gefährlich sein. Bitte wendet euch an den zuständigen Psychater. Sollte dein Partner noch depressiv sein benötigt er ärztliche Behandlung. Es gibt ggf. andere Medikamente, die Notbetreuung chr in den gleichen Effekt haben. So frustrierend das auch sein mag hab Verständnis und Geduld. Alles Gute, vor allem Gesundheit !
 
  • #14
Ich hab hier nur geschrieben,weil ich Meinungen hören sollte von dir Menschen die es auch genommen haben.Ich musste echt von anderen hören das das normal ist das er mich nicht will wegen seine AD,da ich mich selbst immer leid tue und sage ich wäre nicht genung.Nicht attraktiv und das mit mir etwas nicht stimmt.
Wenn ihr keine Konflikte in der Partnerschaft habt und Du keinen Druck auf ihn ausübst, dann kannst Du davon ausgehen, dass seine Lustlosigkeit vom Medikament kommt. Also hör auf, mit Dir zu hadern.

Du bist hier im falschen Forum. Die wenigsten hier haben umfangreiche Erfahrungen mit langem Einsatz von AD und können Dir nicht helfen. Ich habe viel länger AD genommen, hatte auch kompletten Libidoverlust und kann überhaupt nicht sagen, ob es am Medikament oder der Depression lag. Ich musste es nicht klären, weil ich mit meinem Exmann keinen Sex mehr woltte und nach der Trennung auch keinen Partner sondern gesund werden.
Ich kann nur sagen, dass ich Monate nach dem absetzen von einem AD trotzdem noch Nebenwirkungen hatte.

Lies bitte in Medizinforen nach. Schau Dir dort an, was zu Nebenwirkungen von seinem Medikament beschrieben ist. Da schreiben viele Betroffene über ihre Erfahrungen.
Schau ebenso in Angst-/Depressionsforen. Da schreiben nicht nur Betroffene sondern es gibt auch Bereiche für Angehörige zum austauschen.
Eine Beziehung mit jemandem in dem Diagnosespektrum kannst Du einfach nicht vergleichen mit jemandem der mental on top ist.

Ich hab ihm nie etwas wegen Sex gesagt weil ich weiß das es ihm selbst peinlich ist und schwerer als mir.
Das ist falsch, wenn seine Angsterkrankung überwunden ist. Du kannst keine gute Beziehung mit jemandem führen, ohne problembehaftete Dinge zu thematisieren. Das ist sogar falsch, wenn jemand längerfristig erkrankt ist.

Dinge anzusprechen ist etwas anderes als Druck auszuüben und ständig zu nörgeln, zu jammern etc - machst Du ja nicht.
Ihr habt eine ungesunde Beziehung, wenn Du ihm jedes Ungemach abnimmst. Sex gehört zu einer Beziehung dazu. Da muss er sein Peinlichkeitsgefuehl überwinden und zum Arzt gehen oder er steht irgendwann allein da. Er ist erwachsen und kann das.

Es darf nicht sein, dass Du unglücklich wirst und mit Dir haderst, weil er die Dinge nicht angeht.
 
  • #15
AD brauchen eine längere Zeit bis sie vollständig abgebaut sind. Eine eigenmächtige Absetzung bei einer Panikstörung ist nicht unkritisch. So etwas bespricht man mit dem zuständigen Arzt/Psychologen.