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Gast

  • #1

Anderes Thema: Wie findet man "seinen" Weg, Ziele, Erfüllung?

Liebes Forum,

auch wenn die Frage nicht ganz passend für dieses Forum ist, würde ich mich über Antworten freuen.
Seit einer blöden Begegnung mit einem Mann, der seine Freundin mit mir betrogen hat, fehlt mir irgendwie die Energie und Motivation weiter an meinen Zielen zu arbeiten. Ich war immer der festen Überzeugung, dass ich später in einer internationalen Hilfsorganisation oder in einem ähnlichen Bereich arbeiten möchte und habe dafür auch in Kauf genommen, schwierige Phasen zu durchstehen, und auf persönliche Dinge zu verzichten, um daran zu arbeiten...
Die Geschichte mit dem Mann habe ich inzwischen überwunden und bin auch über Ihn hinweg, aber ich frage mich trotzdem ständig, was das "Kämpfen" bringt, wenn am Ende nicht mal der Partner ehrlich ist. Die Menschen sind so egoistisch und ich sehe irgendwie nicht mehr ein diese Mutter-Theresa-Schiene zu fahren, wenn man dafür nie was zurück bekommt...aber wenn ich mir überlege, was ich ganz egoistisch für mich persönlich erreichen möchte und welche Ziele ich habe, fällt mir nicht viel ein. Für mich war es früher einfach immer dieses Soziale extrem wichtig und jetzt stehe ich wie vor einer weissen Wand und denke, dass ich neu anfangen möchte und versuchen möchte meine Erfüllung zu finden, aber ich weiss nicht, wie ich anfangen soll.

Kennt ihr das vllt oder wart ihr in einer vergleichbaren Gefühlslage? Oder kennt ihr vielleicht passende Literatur, die einen anleitet...wie war das bei euch?

Wäre dankbar für euere Erfahrungen und Anregungen.

Danke im Voraus.

Viele Grüße,
w22
 
  • #2
Ah, willkommen in der Realität. Scheint so, als ob du, deine jugendliche Naivität abgelegt hast und die ersten Zweifel der Erwachsenenwelt dich überrollen.
Kenn ich!
Kommt man drüber hinweg.

1. Weil dich ein Mann enttäuscht hat, musst du deine Träume, anderen zu helfen, nicht aufgeben. Nur neu beleuchten und das jugendliche rosarot aus der Betrachtung streichen.
2. Deine Ziele kannst du finden, indem du darauf achtest, wie dein Körper, dein Geist reagiert, wenn du mit dir selbst, oder Freunden im Zwiegespräch bist. Wirst du euphorisch bei manchen Themen und deine Augen fangen an zu leuchten, deine Stimme hebt sich, dann sind das Themen die du weiträumig als Ziele abstecken kannst und in kleinen Schritten verfolgen solltest.

Google mal: der bessere mann gedanken-kleine-und-grose-ziele
und: der bessere mann gedanken-mehr-zeit-mehr-hirn-mehr-leben

Ist zwar für Männer, aber da steht einiges interessantes auch für dich.
Grüße.
 
G

Gast

  • #3
Liebe FS,

kennst du diese Reklame, wo ein Mann mit Engelsflügeln durch den Alltag läuft und überall aneckt ? Die schließt ab mit den Worten, dass es gute Menschen nicht leicht haben und so ist es leider auch. Wenn man zu den Guten gehören will, dann braucht man sehr viel Willenskraft und eine innerliche Stärke, die ein oder zwei Berge versetzen kann.

Man muss dafür nicht zwangsläufig einer Hilfsorganisation beitreten. Ich hab auch schon mal über eine Teilnahme bei Sea Shepherd nachgedacht und werd es bestimmt mal für ein Jahr machen. Einfach weil es schon Spaß macht. :) (wenns die dann noch gibt) Aber man kann auch so im Alltag immer für andere da sein und den Mitmenschen die Hoffnung spenden, die sie alleine nicht aufbauen können. Das ist ein ehrbares Lebensziel, bleibt aber mit Sicherheit unentgeltlich. :)

Unsere Gesellschaft ist nicht notwendigerweise egoistisch geworden, sie ist nur "einfacher gestrickt" geworden, man versucht dem zu verkrampften Gesellschaftsverhalten vergangener Generationen heute mit mehr Lockerheit und Humor zu begegnen. Das ist gut aber egal wie mans macht, es gibt immer Nachteile und ein Nachteil ist halt, dass kaum noch Zeit für ernsthafte Themen bleibt, weil Viele nur mit sich selbst beschäftigt sind. Da kannst du aber mit guten Vorbild vorrausgehen, selbst die härtesten Egoisten kann man knacken, wenn man nur behaarlich genug bleibt. :)

Was dir mit dem Mann passiert ist, macht dich nicht zu einem schlechten Menschen. Solche Dinge passieren einem schnell im Leben, ohne das man sie kommen sah. Wichtig ist dann nur was man draus macht und fertig machen sollte es dich nicht, denn es war nicht deine Schuld.

Mit 22 ist das Thema "Weg, Ziele, Erfüllung" glaube ich das Huaptthema. Das wirst du ganz alleine beantworten müssen. Deine Ziele würde ich so beibehalten oder wieder reaktivieren, die sind ehrbar und gut. Damit wirst du höchstwahrscheinlich kein Millionär aber du wirst verdammt viele Menschen kennen lernen und ne Menge Spaß haben.

Ich wünsch dir alles Gute und vielleicht sehen wir uns mal auf hoher See. :)

Gruß m30
 
  • #4
Na ja, zuerst wäre da die Erkenntnis dass altruistisches Verhalten durchaus auch eigennnützig ist und auch sein sollte. Es gibt uns ein gutes Gefühl.

Die Frage die ich an Dich hätte- War dieses Ziel DEIN Wunsch oder die Erwartung anderer? Das ist wichtig für diese Ausrichtung. Ich werde ziemlich stutzig wenn mir eine 22-jährige so gewisse, sichere Pläne mitteilt. In dem Alter hatte ich meinen Weg noch nicht annähernd gefunden.

Wie findet man seinen Weg? Durch ausprobieren, antesten. Also Du: durch ein freiwilliges Soziales Jahr, ein Jahr Entwicklungshilfe etc. Dann merkst Du schon ob es das ist was Dich glücklich macht. Wenn nicht, na dann umorientieren.

Versuch macht klug
 
G

Gast

  • #5
Hallo, hier die FS,

vielen Dank für eure Antworten.

Das war schon meine eigene Vorstellung von meiner Zukunft.
Meine Eltern sind sicherlich nicht unsozial oder so, aber eigentlich haben Sie mich eher etwas versucht zu bremsen bzw. mich zu überzeugen, dass man gut zu seinen Freunden und Mitmenschen sein kann und nicht jedem helfen kann, was ja auch stimmt.
Sicherlich war da auch ein Stück Naivität dabei, aber ich habe nach dem Abi 1 Jahr in England mit schwer geistig behinderten Erwachsenen gearbeitet, die mich auch körperlich angegriffen haben etc also bin zwar behütet aufgewachsen, aber so die Prinzessin, die Kuchen für alle wollte und, war ich dann auch nicht. Habe mich einige Semester durch so ein angeblich elitäres Management-Studium gequält, weil ich dachte damit später entsprechend für internat. Orgas qualifiziert zu sein und dann kam dieser typ, der mitte 30 ist also eben nicht mehr 20 und am ausprobieren und plötzlich dachte ich wozu mach ich das alles, wenn andere es sich so einfach machen...klar, dann muss man sich überlegen was man will und genau das fällt mir so schwer. Ich gehe gerne shoppen und all das, aber party, shoppen und studieren reichen mir nicht, brauche ein Ziel oder eine Überzeugung. ..

lg
 
G

Gast

  • #6
Liebe FS,
ich kann Deinen Gedankenstrudel und die Schlüsse, die Du daraus ziehst, nicht nachvollziehen.
Ein Mann befindet sich in einer Beziehung, betrügt seine Partnerin mit Dir, d.h. ihr hattet eine Affäre - Du warst nicht seine Partnerin und bei Dir bricht die global-galaktische Sinnkrise aus?
Was hat soziale Arebit mit "kämpfen" zu tun und um was hast Du mit 22 schon großartig gekämpft, dass so ein triviales Erlebnis Dich derartig umhaut?
Vielleicht solltest Du keine großen Pläne für eine ferne Zukunft in einer Hilfsorganisation machen, sondern hier und jetzt loslegen, Dich im kleinen engagieren. Dann stellst Du fest, dass das Glück nicht vom planen kommt, sondern direkt aus dem Leben. Das macht Dich dann weniger verwundbar.
 
G

Gast

  • #7
Lass' die Finger von den älteren Männern, mit genau denen erlebst Du solche Abenteuer. Wer in dem Alter nicht gebunden ist, ist auf dem Austobe-Kurs und hinterlässt Rauch und Asche bei jungen Frauen. Alt und reif wirst Du selber, dafür brauchst Du keinen Mann.

Wie kann das sein, in so eine elementare Sinnkrise zu Fällen, nur weil Du eine Affäre mit einem fremdgehenden Mann hättest, der Deine Arglosigkeit ausgenutzt hat?
 
G

Gast

  • #8
Mutter Theresa sein zu wollen, halte ich für eher weniger förderlich im Leben und für eine negative Komponente. Solchen Menschen begegnen ich eher mit Misstrauen, weil man nie weiß, wie sie hintenrum ticken oder ob sie nicht was zu verbergen haben. Es allen recht machen zu wollen, hat ebenfalls einen faden Nachgeschmack. Aber das nur so nebenbei.

Fang doch lieber erstmal an zu leben. Du bist 22, da fängt man an, erstmal beruflich was zu erreichen, sich etwas aufzubauen. Für einen Mann hat es noch lange Zeit. Erst wenn du weißt, wer du bist und was du vom Leben willst, kannst auch bereit für einen Partner sein und eine mögliche Enttäuschung haut dich dann nicht mehr so schnell aus den Socken, weil du dann zumindest eine Basis im Leben hast, woran du Halt findest, wenn alles andere schief geht.
 
  • #9
und plötzlich dachte ich wozu mach ich das alles, wenn andere es sich so einfach machen..
Solche Gedanken sind für ne 22-jährige völlig normal. Du hast doch schon erlebt dass dieses Soziale Dein Ding ist, also warum lässt Du Dich von einem Kerl derart verunsichern?

Es geht aber nicht darum was "andere" machen. Wer kennt Sie nicht- die Könige des Schulhofs die 20 Jahre später immer noch auf demselben das sagen haben- Als Hausmeister. Es geht um DICH. Lerne daraus, es macht Dich stärker (bitte nicht abgebrüht). Man muss halt auch solche Erfahrungen machen. Aufrappeln, Mund abwischen und weitermachen. Der nächste dieser Sorte kann bei Dir dann eben nicht mehr landen. Sowas nennt man Lerneffekt. Man wächst hauptsächlich an den Fehlschlägen.

Wers sich leicht macht erreicht nunmal keine Ziele. Zumindest keine einigermassen Ehrgeizigen.