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  • #1

An alle Fremdgeher: Warum steht Ihr nicht dazu?

Im Thread “Habe mit einer anderen geschlafen…“ [https://www.elitepartner.de/forum/habe-mit-einer-anderen-geschlafen-wie-steht-ihr-dazu-54217.html] äußert sich eine Teilnehmerin so:

Sorry, aber sind die Frauen hier wirklich alle so wunderbar und ganz ohne Fehl und Tadel?
Ein abgesichertes Leben ohne Abenteuer: Es gibt Menschen (auch Frauen, ja), denen das zu wenig ist, und andere, die genau das wollen und brauchen.
Wir sind halt verschieden.
Warum ist eine Diskussion hierüber nicht ohne Moralkeule möglich?
Ich würde darüber gern mit Euch darüber diskutieren. Kurz meine Position und dann meine Frage:

Für mich persönlich wünsche ich aus einer Vielzahl von Gründen Monogamie. Selbstverständlich kann und darf aber jeder durch alle Betten turnen, schnackseln bis die Uhr stehen bleibt, im Swingerclub, im Kleingarten, wie und wo auch immer. Wir sind ein freies Land und kein Gottesstaat. Und das ist auch gut so. Es gibt Menschen, die schaffen das nicht mit der sexuellen Exklusivität (also nur mit einem Partner und das für immer). Das ist ok. Nicht jeder kann und will das.

Insofern ist mir unbegreiflich, warum Leuten wie mir, vorgeworfen wird, die „Moralkeule“ zu schwingen oder sich für unfehlbar zu halten.

Was mich interessiert, liebe FremdgeherInnen:
Warum macht Ihr Euch nicht ehrlich? Warum sagt Ihr Euren Partnern nicht, dass Ihr eine offene Beziehung wünscht? Warum steht Ihr nicht dazu?

Das ist das Einzige, was ich diesen Menschen vorwerfe. Sie genießen die Vorteile einer „treuen“ Liebesbeziehung und hintergehen infam ihre Partner. Sie täuschen, lügen und betrügen und last but least setzen sie diese auch noch dem Risiko von Infektionskrankheiten aus. Wer Respekt vor dem anderen hat, diesen sogar vorgibt zu lieben, kann das doch gar nicht tun!? Also bitte erklärt es mir. Ich verstehe es nämlich wirklich nicht, wie man so feige sein kann.
 
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  • #2
Die meisten "genießen" zuhause keineswegs das heimelige Nest und die treue warme Beziehung und / oder setzen den Partner einer Gesundheitsgefahr aus. Die meisten "Schweiger" wissen einfach noch nicht, wie sie aus der Ehe oder Beziehung rauskommen und schaffen erst mal die Basis für einen Neuanfang. Draußen hat man den oder die, den oder die man liebt, zuhause die Klette oder den Versorger - je nach Position - und keine Ambitionen mehr, mit ihr oder ihm das Bett zu teilen. Das ist die Gefühlslage nach längerer Zweitbeziehung. Am Anfang schweigt man, weil man noch nicht weiß, ob die Gefühle für den Dritten oder die Dritte stark genug sind. Dass die Gefühle für den oder die zuhause weg sind, weiß man dann schon, egal wie sehr man lügt und vertuscht. Das ist wirtschaftlicher Selbsterhaltungstrieb. Macht es möglich, dass ab Trennung jeder finanziell ganz seiner Wege geht und behält, was er erarbeitet hat und es wird schon viel weniger vertuscht und gelogen. Garantiert!!
 
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  • #3
Gast #1 hat es erkannt! Monogamie wird doch oft mit Zölibat verwechselt.
Ich habe eine Frau, die mir seit Jahren nicht nur Sex, sondern jede Zärtlichkeit verweigert hat. Muss sie sich nicht denken, dass ich mir Sex woanders suchen werde? Oder will sie es gar nicht wissen?
Und wieso setze ich meine Frau dem Risiko von Krankheiten aus? Wir haben doch keinen Sex!
 
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  • #4
Hallo FS !

Ich war noch NIE treu und hatte auch NIE das Bedürfnis mit der jeweiligen Partnerin darüber zu sprechen. Hatte eine 10 Jährige und eine 8 Jährige Beziehung und bin mit meiner aktuellen Freundin seit 1 Jahr zusammen.
Ich bin auch in der aktuellen Beziehung auch nicht treu,micht reizt "fremde Haut"...
Wüsste nicht warum ich darüber reden soll,hab ja kein schlechtes Gewissen.
Meine langjährigen Partnerinnen habe ich geliebt,in meine Freundin bin ich verliebt,die anderen Frauen
bum... ich nur,mehr nicht.
Hier wird ja gerne von Frauen behauptet sie wollen Fremdgeher und keinen der in Puff geht...

Das scheint NUR hier so zu sein,habe im RL noch nie Probleme gehabt Frauen kennenzulernen,sowohl für Sex als auch Beziehungen.

M,41
 
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  • #5
Liebe FS,
ich ticke ähnlich wie Du und jeder außer meinem Partner kann rumvoegeln wie r/sie will- meins ist es nicht, daher strikte Monogamie.
Mein Exmann dachte auch, daß geht doch anders und vergnügte sich mit einer anderen. Warum er mir das nicht freiwillig sagte? Weil er die Konsequenz nicht wollte: dass ich ihn verließ. Er hatte ja ein bequemes Leben mit mir.
Ich habe exakt das getan, was er befuerchtete, habe die Scheidung eingereicht. Jetzt habe ich ein behagliches Leben und er eine Menge finanzielle Probleme.
w, 55
 
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  • #6
Die Fragestellung ist gut. Ich gehöre wohl auch zu denen die die Moralkeule schwingen. Vielleicht bin ich aber nicht so frei und offen und genieße das Leben mit allen Möglichkeiten die sich mir bieten würden.

Ich denke um Affären zu leben bedarf es noch ein paar andere Charaktereigenschaften. Eine davon ist z.B. das Lügen. D.h. ein geliebter Mensch wird in dem Glauben gelassen geliebt zu sein, zumindest vordergründig und im Hintergrund wird sich durch die Laken gewälzt.

Würde man die Wahrheit sagen hätte das Konsequenzen und die sind für die meisten Fremdgänger nicht abschätzbar. Also wird weiter gelogen bis die Wahrheit irgendwann durch einen Zufall ans Licht kommt. Dann ist der Katzenjammer groß, Familien zerbrechen und das alles für so ein bisschen außerhäuslichen Sex.

Ganz schlimm finde ich es wenn durch das Fremdgehen bereits ein warmer Wechsel angestrebt wird damit man schön weich ins nächste Bett fällt.
Für mich sind Fremdgeher und Affärensucher keine Option da sich hier einfach zu viele negative Charaktereigenschaften zeigen die sich mit meinen Vorstellungen von einer exklusiven Beziehung nicht vertragen.

w45
 
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  • #7
Warum müssen diese Leute sich was ehrlich eingestehen? Warum müssen die zwangsläufig Respekt vor anderen Leuten haben? Weil es im Gesetzbuch steht? Weil es jemand so sagt? Weil man das moralisch so macht? Da bist du ein kleiner, utopistischer Träumer, der zu seinem besten gerne etwas hätte, das er nicht bekommt.

Eine "offene Ehe" vorzuschlagen klingt ja süß, aber zeigt, dass du keinen blassen Schimmer von der Thematik hast.
1. macht das in der Regel kein Partner mit, also braucht man gar nicht erst zu fragen. Logisches Denken!
2. ist Sex langweilig, wenn der Partner Freifahrt geben würde. Sex hat viel mit Spannung und Verbotendem zu tun. Der Kick des Fremdgehens ist ja darin, erwischt zu werden und etwas zu tun, was man sonst nicht darf. Ein kleines dreckiges Geheimnis neben seinem tristen Ehe/Beziehungalltag zu haben.
3. finden manche es geil und aufregend, sich unter Umständen einem Risiko von Krankheiten, und Gefahren auszusetzen. Es gibt selbst einen kleinen Kreis von Hardcore-Fetishisten, die mutwillig HIV haben zu wollen, um sozusagen den letzten Kick der Menschheit erleben zu dürfen.

Betrüger müssen sich nichts eingestehen, weil da emotional nichts läuft. Sie haben daheim eine gutfunktionierende Familie und die gilt es am Leben zu erhalten. Das sind schließlich keine Idioten!
Sich ehrlich was einzugehen, wäre dir als Geliebte/r sicherlich sehr recht und angenehm. Wird aber kein Mensch tut, sich selbst zum Horst zu machen oder alles hinzuschmeißen, was er sich unter Umständen 40 Jahre aufgebaut hat.
Für Männer ist es zudem kein Thema, eine gemächliche Ehe zu führen und trotzdem ihren Spaß draußen zu haben. Die meisten Ehen laufen so gemächlich. In einer Ehe geht ja hauptsächlich nur ums Zusammenleben und gemeinsam vor sich hinvegetieren. Und Frauen ziehen da mittlerweile genauso nach.

Ich sehe eigentlich keine "Vorteile einer treuen Leibesbeziehung". Jede Frau weiß, wann ihr Mann fremd geht. Man hat die Antennen dafür und weiß es insgeheim schon längst, man will nur nicht loslassen. Und wer sagt, dass der andere Partner auch treu ist? Mit feige hat das auch nichts zu tun, sondern mit Strategie, sein gut funktionierendes Netz aus Ehe, Familie, Kinder, Schwiegerleuten, Umfeld, Job, Geld am laufen zu halten, so wie es ist, weil es praktisch und schön für alle Beteiligten ist. Don't change a running system.

(w/ü 30 selber treu)
 
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  • #8
Etliche schreiben hier: "Wenn mein Partner auch nur an so etwas wie eine offene Beziehung denken würde, wäre sofort weg". Es ist also offensichtlich mir einer gewissen Zahl von Menschen gar nicht möglich, darüber zu reden, ohne dass es schon einen Aufstand gibt.

Da ist es natürlich bequemer, es heimlich zu machen, wenn auch mit schlechtem Gewissen.

Und im Gegensatz zu #1 kann es durchaus Beziehungen geben, die es aufgrund der sonstigen Passung wert sind, dass sie fortgeführt werden, auch wenn es im Bett nicht so interessant ist. Die aus mehr bestehen als daraus, dem anderen vorzuschreiben, mit wem er/sie intim werden darf. Wo aber der Sex schon etwas abgekühlt ist, die man aber wegen der sonstigen Gemeinsamkeiten nicht aufgeben will. Wo sich die Partner tatsächlich lieben (vielleicht nicht mehr so verliebt sind wie am Anfang).

Und die Leute wollen das nicht riskieren und trauen sich einfach nicht, wegen oben genannter Gründe und medialer Einflüsse von außen, diesen Gedanken zu artikulieren. Ist das feige? Jein. Mutig ist es nicht, aber das Risiko erscheint zu groß. Es gilt ja auch nicht als feige, nicht aus dem zehnten Stock zu springen.

Und noch ein Wort zur Moralkeule: Es ist ein Unterschied, zu sagen: "Ich kann mir das für mich nicht vorstellen, weil ich Verlustängste hätte und mich vor Krankheiten fürchte" oder zu sagen: "Menschen, die so etwas tun, können nicht lieben, sind emotionale Krüppel, unmoralische Feiglinge die später in der Hölle landen". Deinen Einwand, Terzia (es ging darum, dass derjenige keine Kondome beim Seitensprung benutzt hatte), fand ich übrigens voll berechtigt. "Fluid bound" ist das Stichwort, und das nehmen die Leute, die einen polyamoren Lebensstil haben, deutlich ernster als die Fremgeher.
 
  • #9
Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Leute dich angreifen in dem Thread, oder? Aber so etwas wie Nr. 15 in dem Thread:

Ein verliebter bzw. den Partner liebender Mensch mit moral ehrlicher Einstellung geht nicht fremd.
So einfach ist das.


Alles Andere ist Selbstbetrug und im Kopf gestört.

Das geht nun wirklich nicht. Dieses "für mich fühlt es sich so an, und deshalb muss es sich für alle anderen auch so anfühlen, sonst sind sie gestört", das ist das, was die Leute aufregt.
 
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  • #10
Hier dürfte ich als Mann ja eigentlich nur mitlesen. Sicherlich interessantes Thema (, das aber zu nichts führen wird) - Deine Überschrift wird der Sache aber nicht ganz recht.

Du gehst dabei offenbar davon aus, dass Fremdgehen zugleich bedeutet, dass diese Person nicht dazu steht. Sicherlich meinst Du aber, dass sie gegenüber dem Partner nicht dazu steht.

Deine Argumente sind sachlich korrekt. Da ich nicht betrüge, kann ich es nur vermuten. Es geht um Ängste und Feigheit. Nicht gegenüber dem Partner, sondern sich selbst.
Das "Gummiband" Beziehung suggeriert das sichere Nest aus dem dann heimliche Vorstöße erfolgen können.

Ginge Frau, Du sprichst ja nur gezielt die Frauen an, offen und ehrlich damit um, könnte das eben zur Konsequenz haben das "der Alltag beendet und der Reiz zum Alltag wird".

Bin gespannt, ob Du:

a) klare
b) ehrliche
c) aussagestarke

Antworten erhalten wirst.

Würde sich hiermit ein Mann mit einer solchen Frage wagen, stünde er auf recht dünnem Eis. Sofort könnte er sich mit typischen Reaktionen konfrontiert sehen...

Verfolge es gespannt weiter, auch wenn ich mir nicht wirklich viel davon verspreche.
 
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  • #11
Ich habe es diskret gehandhabt, weil ich es meinem damaligen Partner die schmerzhafte Erfahrung ersparen wollte, über die Gründe zu sprechen, da er sich im Vorfeld schon strikt geweigert hat, über seine Asexualität zu reden. War ein Versuch, die Beziehung zu erhalten, hat natürlich nicht funktioniert.

Bin nach wie vor ein Verfechter von Konsens - jedes Paar wie es möchte, aber bitte einvernehmlich.
 
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  • #12
Ich bin die von der FS Zitierte. Interessant ist doch, dass hier angenommen wird, dass fremde Körper nur reizvoll sind, wenn daheim zölibatärer Alltag angesagt ist. Und sofort wieder Ausdrücke wie infam und herumvögeln fallen. Das meine ich mit Moralkeule. Wer nicht fremdgehen will, braucht es nicht zu tun. Wer anders denkt, muss sich nicht beschimpfen lassen. Noch einmal: Wir sind unterschiedlich. Aber ich sehe schon, das Thema ist emotional überfrachtet wie anderswo die Abtreibung oder die Religion.
W, 47
 
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  • #13
Nun bin ich kein Fremdgänger ...

:)

aber:

Für mich ist das Thema, und das als "fremdgegangengewordener" Single, keineswegs emotional überfrachtet: Mir sind Fremdgänger/innen schlichtweg egal. Die einzige Bedienung, die ich sehe ist die, dass der/die vom Fremdgehen Betroffene darüber Bescheid weiß, um sich eine eigene Meinung bilden und gegebenenfalls Alternativen ergreifen zu können. Der/die Fremdgänger/in sollte den Arsch in der Hose haben, dann auch die Konsequenzen zu (er)tragen.

Ansonsten sind wir wieder mittendrin in den Verallgemeinerungen, Pauschalisierungen und der Ich-Bezogenheit. Vielleicht ist das die "wahre" Krankheit?!

m46
 
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  • #14
Der Unterschied zwischen einer Beziehung und dem Fremdgehen ist, dass bei dem einen Liebe und Vertrauen im Vordergung steht, bei dem anderen die pure Geilheit. Ich (m) meine schon, dass das eine neben dem anderen gelebt werden kann, ohne die Beziehung zu beeinträchtigen.

Leider wird man darüber nicht wirklich mit seiner Partnerin reden können, also geschieht es heimlich, was eigentlich schade ist.
 
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  • #15
Hallo, liebe FS,

ich sehe das genauso wie Du.

Gast #5 spricht es bereits an, es hängt mit dem Charakter eines Menschen zu tun. Jemand, der ehrlich, respektvoll und achtsam mit dem Partner / der Partnerin umgeht, betrügt den Anderen nicht. Sofern Exklusivität von Beginn an vereinbart wurde.

Charakterlich gefestigte Menschen haben dieses Bedürfnis nicht und wenn sie in der Partnerschaft unzufrieden sind und / oder jemand anderen reizvoller finden, dann beenden sie erst die alte Partnerschaft, sauber und fair, und beginnen dann etwas Neues. Das Recht hat jeder.

Daher zieht auch das Argument nicht, dass "die Frau ja keinen Sex bzw. Zärtlichkeit wollte". Ein selbstbewusster, beziehungskompetenter Mann kommt gar nicht erst auf so eine Idee. Entweder er löst die Probleme mit seiner Partnerin oder er trennt sich eben. Das steht doch jedem frei.

Jemand, der in der Partnerschaft betrügt oder warme Wechsel vorbereitet, scheut die negativen Konsequenzen einer Trennung. Angst, Unsicherheit, Egoismus und ein großer Mangel an Selbstbewusstsein sind die Ursachen. Ein Mensch mit diesen Defiziten taugt nicht die Bohne für eine ernst zunehmende und respektvolle Partnerschaft, in der Exklusivität vereinbart wurde. Solche Partner haben einfach kein standing und kämen mir nicht in's Bett.

Diese Punkte kann man sehr frühzeitig bei der Partnerwahl "abklopfen". Wenn man selbst die Karten auf den Tisch legt, selbstbewusst ist und ein wenig Menschenkenntnis besitzt, dann lässt sich das schnell erkennen. Auch da gilt übrigens der Spruch: Gleich und gleich gesellt sich gern.

w, Anfang Ü50 mit Partner, für den das auch selbstverständlich ist
 
  • #16
Weil Frauen in der überwältigenden Mehrheit einen treuen, monogamen Mann haben wollen.. d.h. mit der offenen Ansage eine offene Beziehung haben zu wollen, verschenkt man sich einen Grossteil der Frauen und macht die eh schon schwierige Partnersuche noch komplexer und schwieriger.

Retoure: natürlich wollen die Damen auch noch einen treuen, monogamen Mann an ihrer Seite auch wenn sie selbst lustig durch die Betten toben..

d.h scheint ein generelles "Problem" zu sein.. man gesteht sich selbst mehr zu als dem anderen..




(ich hatte eher das umgekehrte "Problem", alle offenen Beziehungen sind über kurz oder lang exclusiv geworden.. )
 
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  • #17
Ich bin jederzeit bereit, die Konsequenzen meines Tuns zu tragen, wenn auch nicht, sie direkt heraufzubeschwören, wo, meiner Meinung nach keinerlei Anlass besteht.
Wie ich von meinen Kindern niemals "alles wissen" wollte, sondern ihnen Freiheit zugestand, ohne gleichgültig zu sein (sie sind mittlerweile erwachsen, wir haben ein auch für mich sensationell offenes und herzliches Verhältnis), brauche ich das auch nicht von meinem Partner.
Ich halte lebenslange sexuelle Treue für ein zutiefst bürgerliches Konstrukt, menschlichen Bedürfnissen zuwiderlaufend. Der Anspruch an - lebenslange - sexuell ausschließliche Beziehungen wurde in einer Zeit definiert, in der die Menschen nicht mehr als 50 Jahre alt wurden. Wie soll das heute funktionieren? Ist jeder Reiz von außen des Teufels und gefährdet eine Gemeinschaft, in der mehr Dinge zählen als Geschlechtsverkehr? Ist jeder Geschlechtsverkehr beziehungsgefährdend? Und warum ist es notwendig, Andersdenkende zu verunglimpfen, sobald das Konstrukt mal zur Debatte steht, selbst wenn es in einem anonymen Forum geschieht?
w, 47
 
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  • #18
Der Unterschied zwischen einer Beziehung und dem Fremdgehen ist, dass bei dem einen Liebe und Vertrauen im Vordergung steht, bei dem anderen die pure Geilheit. Ich (m) meine schon, dass das eine neben dem anderen gelebt werden kann, ohne die Beziehung zu beeinträchtigen.

Leider wird man darüber nicht wirklich mit seiner Partnerin reden können, also geschieht es heimlich, was eigentlich schade ist.

Liebe und Vertrauen ist kein Widerspruch, wenn man sexuelles Vertrauen nicht an der Ausschließlichkeit festmacht

1) wer kann das schon? bzw.
2) pure Geilheit - ist das etwas "Verdammungswürdiges", etwas, das einen der Verdammungswürdigkeit anheim fallen lässt, wenn man es nicht exklusiv empfindet?

w, 47
 
  • #19
Danke für Eure Antworten. Ich will mal versuchen gebündelt drauf einzugehen.
Einige hier schrieben, dass man ja keine/n Partner mehr bekäme, wenn man zu seiner Promiskuität steht. Das mag sein, dass dann weniger Partner für einen infrage kommen, aber jedem Fall hat man dann einen Partner mit einer viel besseren Passung. Einen, der einen versteht und so annimmt wie man ist. Dann lebt man ein ehrliches Leben, muss nicht lügen, mit hochgeschlagenem Mantelkragen ins Bordell gehen etc. Man kann seinem Partner in die Augen schauen und muss sich nicht heimlich schämen, wenn die Partnerin bspw. wegen Feigwarzen zum Arzt muss.
Andere schrieben, dass sie es lieben/ es sie anmacht, „Verbotenes“ zu tun. Irgendwie finde ich diese Vorstellung total verklemmt. Wir leben doch nicht mehr im viktorianischen Zeitalter, wo sich Lust am Tabu begründet. Der Witz ist doch, dass es heutzutage so gut wie keinen sexuellen Tabus mehr gibt. Mal davon abgesehen, ist es höchstwahrscheinlich nur eine faule Ausrede. Viele Sachen machen Spaß (einen Sportwagen für 2h klauen, würde vielleicht auch Spaß machen- tue ich dennoch nicht), aber schädige ich den mir wichtigsten Menschen nur mal so aus Spaß an der Grenzüberschreitung?

Eine Teilnehmerin vertritt die Haltung „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“. Das ist ja auch ok für sie. Aber wenn sie einen Partner hat, der nicht diese laissez faire Einstellung hat, dann kann sie ihm doch nicht ihre Vorstellung einfach überstülpen und ihn belügen, obwohl er nicht belogen und betrogen werden will!
Eine Teilnehmerin kritisiert das Monogamie-Konzept und die bürgerliche Ehe. Das kann ich ja immanent nachvollziehen. Wir sind ein freies Land. Man muss nicht heiraten und auch keine bürgerlichen Werte leben, wenn man das nicht möchte.


Ich denke meine Freiheit endet da, wo ich anderen Menschen Leid zufüge und sie in elementaren Punkte belüge, in denen sie nicht belogen werden möchte. Und das ist der Fall, wenn sich ein Paar eindeutig auf sexuelle Exklusivität festgelegt hat. Man kann es sich noch so viel schönreden, es gibt letztlich nur einen Grund fürs Fremdgehen: Die eigene Triebbefriedigung steht über allem.


Fremdgeher haben nicht den Mumm zu sich selbst zu stehen:

Wenn ich bspw. die bürgerliche Ehe ablehne, dann ist das doch ok. Dann stehe ich dazu und lebe eben andere Beziehungskonstellationen. Aber innerlich die Monogamie verdammen, seinem Partner aber Treue vorgaukeln finde ich armselig.
Der Fremdgeher greift etwas ab, was ihm der andere (wenn er die Wahrheit wüsste), nie geben würde.
 
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  • #20
Welch Frage!?
Weil die meisten Ehepartner/Ehefrauen das nicht mitmachen würden!
Und dann ist es aus mit der Ehe/Beziehung und das wollen die meisten nicht.
 
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  • #21
Ich denke, dass das einfach mit der Fähigkeit zur Empathie zu tun hat. Wer sich nicht in seine Mitmenschen einfühlen kann, der wird den Kick des Fremdgehens der Treue vorziehen, weil er einfach nicht merkt, was er anrichtet.

Was das Krankheitsrisiko betrifft, wird wohl einfach zu wenig nachgedacht oder vielleicht, wie eine Vorschreiberin meinte, der Kick extra gesucht. Das betrifft insbesondere diejenigen, die auch noch ohne Kondom betrügen.

w31
 
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  • #22
"Das ist das Einzige, was ich diesen Menschen vorwerfe. Sie genießen die Vorteile einer „treuen“ Liebesbeziehung und hintergehen infam ihre Partner. Sie täuschen, lügen und betrügen und last but least setzen sie diese auch noch dem Risiko von Infektionskrankheiten aus. Wer Respekt vor dem anderen hat, diesen sogar vorgibt zu lieben, kann das doch gar nicht tun!? Also bitte erklärt es mir. Ich verstehe es nämlich wirklich nicht, wie man so feige sein kann."

Du belügst nie deinen Partner? Wirklich nie? Niemals? Fällt mir, gelinde gesagt, schwer zu glauben, der Durchschnittsmensch lügt mindestens 5 mal pro Tag.
Ad "Feigheit": Ebenso wie du Andersdenkende/-Fühlende als feig betrachtest, könnte ich dies ebenso dir als Vertreterin eines anderen Lebensmodells vorwerfen:
Weil du deine Begierden und Sehnsüchte nicht zu leben wagst, weil du immer noch glaubst, dass eine Person alles erfüllen muss/soll/kann, was du dir vom Leben erträumst, weil du Sicherheit und Bequemlichkeit dem Abenteuer mit all seinen möglichen Konsequenzen vorziehst.
Tu ich nicht, weil du und dein Lebensmodell mir genauso egal (b)ist, wie es dir das anderer Menschen sein sollte, könnte ich aber, wenn ich deinen moralischen Furor auch nur ansatzweise in mir verspüren würde.
Im Übrigen solltest du mit Unterstellungen wie "Ansteckungsrisiko" ein wenig vorsichtiger sein, denn dieser Verdacht gründet sich nicht auf Fakten, sondern auf Vermutungen und Generalverdächtigungen, derzufolge wir alle, denen sexuelle Treue nicht als das Alleinseligmachende erscheint (und Frauen wie dich damit offenbar in ihrem Weltbild zutiefst gefährden, anders erklärt sich diese moralinsaure Wut meiner Meinung nach nicht) "ungeschützt herumvögeln" und offenbar jeden treuen Ehemann hinterrücks niederreißen, der ahnungslos des Weges kommt.
Kriegt euch ein in eurem Elfenbeinturm, es gibt Menschen mit anderen Ansprüchen an das Leben, denn wir haben alle nur eines.
Anderen, wohlgemerkt, nicht besseren.
 
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  • #23
Wenn ich bspw. die bürgerliche Ehe ablehne, dann ist das doch ok. Dann stehe ich dazu und lebe eben andere Beziehungskonstellationen. Aber innerlich die Monogamie verdammen, seinem Partner aber Treue vorgaukeln finde ich armselig.

Das kannst du doch armselig finden. Aber, wie du selbst in der Fragestellung schriebst, leben wir in keinem Gottesstaat. Dazu gehört auch, dass Menschen lügen dürfen. Oder willst du gerne ein Kontrollministerium für Ehrlichkeit?

Ich kann auch nicht viel mit Lügnern anfangen, es ist aber die falsche Herangehensweise, diese erziehen zu wollen, wenn sie sich nicht ändern wollen. Es ist doch gar nicht unser Problem. Es ist der komplett falsche Weg, sich mit anderen zu beschäftigen.

Wenn du auf Lügner reinfallen solltest, ist es der richtige Weg zu überlegen, wie du das verhindern kannst. Das geht schneller und effektiver als mit dem Lügner zu diskutieren.

Abgesehen davon ist es doch eine Moralkeule, denn du wirfst den Menschen vor, dass sie etwas abgreifen, was ihnen angeblich nicht zusteht. Ja, aber sie wollen das eben so. Es nicht mehr oder weniger egoistisch als Treue und Ehrlichkeit zu wollen.

Der einzige Zeitpunkt, zu dem ich den Lügnern etwas vorwerfe ist der, zu dem sie beginnen zu jammern. Es gibt Menschen, die halten es für normal, mit ihrem Partner bestimmte Dinge nicht besprechen zu können. Die jammern über die Ehe. Oder gleich über die ganze Gesellschaft und nennen dann das Beispiel "mit meiner Partnerin kann ich auch nicht darüber reden, sie ist auch falsch beeinflusst", und all dieses Geheule. Das kommt oft von Menschen, die vorher keine ehrliche und tiefe Beziehung angestrebt haben. Und dann an anderer Stelle den Zusammenhang zu den Konsequenzen nicht hinbekommen.

Solange sie sich nicht beschweren, gibt es keinen Anhaltspunkt, ihnen von den Lügen abzuraten.

Davon auszugehen, dass alle stets ehrlich sind, erinnert, wie jemand anders bereits schrieb, an eine Traumwelt.

Ich würde auch lügen, wenn ich es für richtig halte. Du hast Recht damit, dass ich zu so einem Menschen, wenn ich in einer ernsten Angelegenheit lüge, dann auch keinen großen Respekt habe. Aber den hat eben nicht jeder, manche führen eben respektlose Beziehungen. Und wenn der Partner das über einen sehr langen Zeitpunkt nicht mitbekommt, trägt er oder sie auch dazu bei. Mir kann keiner erzählen, dass ein fremdgehender Partner im Alltag völlig aufrichtig ist. Auch kluge Menschen können veräppelt werden, aber sie merken es in der Regel und lassen sich keine oberflächliche heile Welt vorspielen.

Eigentlich finde ich die Leute, die sich auf dreisteste Weise belügen lassen, schlimmer als diejenigen, die das für sich ausnutzen. Man merkt das ja nicht nur beziehungsmäßig, sondern auch politisch, was manche sich für Bären aufbinden lassen. Anstatt den Lügnern etwas vorzuwerfen, sollten solche ihren eigenen kritischen Verstand hingterfragen.
 
  • #24
Charakterlich gefestigte Menschen haben dieses Bedürfnis nicht und wenn sie in der Partnerschaft unzufrieden sind und / oder jemand anderen reizvoller finden, dann beenden sie erst die alte Partnerschaft, sauber und fair, und beginnen dann etwas Neues. Das Recht hat jeder.

Und das hier, meine Damen und Herren, ist sie, diese berühmte Moralkeule. Und noch dazu eine Paradebeispiel der Wegwerfgesellschaft: Mir passt etwas nicht, ich bin unzufrieden? Wegwerfen statt reparieren.

Aber: Beziehungen bestehen aus mehr als Sex, wie oben jemand geschrieben hat. Vielleicht sind Kinder im Spiel.

Der obige Beitrag ist ein klassisches Scheinargument, es wird vorgegaukelt, dass dieser Zusammenhang bewiesen ist; es ist jedoch eine Meinung, die einzig auf dem Empfinden von wÜ50 und ihrer Vermutung über das Empfinden ihres Partners basiert. Das ist das, was sauer aufstößt.
 
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  • #25
Ich bin nicht wü50 (vielen Dank fürs Geschlechterbashing Hugo!) sondern w27: sehe das aber genauso:
wer seinen Partner belügt, aus Angst ihn zu verlieren, liebt nur sich selbst und ist egoistisch. Der Partner ist dann nur Mittel zum Zweck - gibt ja einige Studien, die Promiskuität als Indiz für verschiedene psychische Probleme ansehen: das ist wohl oft der Fall: die Betrüger merken in ihrem egozentrischen Rechtfertigungskonstrukten nicht einmal mehr, dass sie hier einem echten Menschen aus Fleisch und Blut, mit Gefühlen, den sie angeblich (!) lieben, weh tun.
Wenn sexuelle Freizügigkeit für beide ok und abgesprochen ist, dann ist das eine ganz andere Angelegenheit. Aber wenn eine Seite einseitig die Deutungshoheit über die Grenzen der Beziehung an sich nimmt, dann ist von Partnerschaft nichts mehr übrig. Dann wird der Partner zum Haustier degradiert, zur Bedürfniserfüllungsmaschine.
 
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  • #26
Wenn ich die Antworten hier so lese, wird mir Angst und Bange. Besteht das Ziel einer Partnerschaft darin, den anderen zu domistizieren? Eine Partnerschaft änderrt doch nichts daran, dass man es mit zwei Individuen zu tun hat. Am Arbeitsplatz gegenüber Behörden und im Straßenverkehr muss ich ja bereits immer irgendwelchen fremden Regeln, Geboten und Verboten folgen, die muss ich mir nicht auch noch im Privaten antun.

Ich führe eine gleichberechtigte, sehr harmonische Ehe auf Augenhöhe, es gibt bei uns auch keine Verbote und es kommt auch bei uns beiden ab und an vor, dass wir uns erotisch anderswo vergnügen, das wissen wir beide und wird allenfalls mal am Rande erwähnt, führt aber zu keinerlei Eifersuchtsdramen. Wir haben unsere Beziehung nie als offene (das übt ja gewissermaßen auch schon wieder Zwang aus) definiert, sie ist halt freiheitlich und das nicht nur in erotischen Belangen.

Diese Einengung in der Partnerschaft ist genau wie das Halten wilder Tier im Zoo, denen das Wertvollste genommen worden ist, was sie hatten: Die Freiheit. Hier wie dort habe ich kein Verständnis.
 
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  • #27
Im Grunde geht niemand fremd, wenn er zu Hause alles hat. Das ist aber nunmal nicht immer so. Und da oft eine Trennung/ Scheidung wegen gemeinsamen Haus/ Geld/ Kinder dann nicht so einfach ist, eine kleine Affäre zwischendurch gut tut und oft sogar die eigene Beziehung belebt, handhabt man es wohl so. Ich habe bei meinem Mann sogar mal offene Ehe angesprochen, eben, weil er keine Lust mehr hat auf Sex oder halt nur sehr selten. Das hat ihm allerdings gar nicht gepasst. Andererseits kamen da schonmal Anspielungen, dass ich mir doch für zwischendurch was anderes suchen soll. Sowas lass ich mir bestimmt nicht zweimal sagen. Und ich denke vor allem auch, wenn man sowas macht, dass man sich dem Risiko bewusst ist und ganz sicher ist die Ehe oder Beziehung da wohl nicht mehr genug. Insofern überrascht es dann nicht mehr, wenn es plötzlich zur Trennung kommt.
Viele Männer und Frauen lassen sich in einer Ehe plötzlich gehen oder haben plötzlich kein Interesse mehr an Sex. Sowas wird natürlich nie kritisiert. Kritisiert wird nur Der oder Die, die anderweitig dann gucken, wie sie ihr Leben halbwegs schön gestalten. Und: eine Affäre haben zu müssen, weils gar nicht mehr anders geht, ist auch nicht einfach. Es ist mühsam, zu schweigen, heimliche Treffen, immer genau zu gucken, wann es passt. M,50
 
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  • #28
Nebstbei muss man in einer aufrechten und funktionierenden Partnerschaft in der Regel gar nicht großartig lügen, um Gelegenheit zu einem Schäferstündchen zu haben. In den allermeisten Fällen hat man ausreichend Freiheit, mal 3, 4 Stunden außer Haus zu verbringen ohne inquisitorisch gefragt zu werden, wo man war.
Das nur, bevor sich die MoralistInnen wieder an "chronische Fremdgeherverlogenheit = Charakterschwein" festbeißen.
Naja, mir ist es egal.
Ich lebe mein Leben, wie es mir gefällt, und wer Erotik als etwas Verwerfliches betrachtet, nur weil sie sich nicht lebenslang auf eine Person beschränkt/beschränken lässt, wird sich hier nicht von etwas anderem überzeugen lassen.
Warum sollte er/ sie auch?
Ich kann gut damit leben, dass andere Menschen anders denken.

Ich würde mir nur wünschen, dass die Wut, die einem hier entgegenschlägt, diese Untergriffe, diese Generalisierungen und Rückschlüsse auf charakterliche Defizite von den Foristinnen (meist sind es ja meine Geschlechtsgenossinnen, die hier blind wüten, leider) einmal kritisch hinterfragt werden:
Im Grunde ist es doch nur die Angst, die sich hier Bahn bricht, dass der eigene Partner, so vorhanden, vielleicht insgeheim doch nicht so kategorisch über sexuelle Treue denkt, wie er um des häuslichen Friedens willen vorgibt.
Da ist es wohl opportun, die Entscheidung über erotische Abenteuer: Ja oder Nein, zu einer Charakterfrage hochzustilisieren.

w, 47
 
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  • #29
Die eigentliche Frage wird hier von dem Fremdgehern einfach nicht beantwortet! Her werden Erklärungen und Rechtfertigungen für das Tun gefunden - aber die Frage, warum es nicht zugegeben wird (also nicht heimlich geschieht, egal ob mit oder ohne Nachfrage des Partners), wenn man weiß, dass der Partner anders denkt, bleibt hier unbeantwortet!
Oder ist es doch das Wissen dass der/die andere dann gehen würde? Also doch nur billiger Betrug?
 
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  • #30
Gast #5 spricht es bereits an, es hängt mit dem Charakter eines Menschen zu tun. Jemand, der ehrlich, respektvoll und achtsam mit dem Partner / der Partnerin umgeht, betrügt den Anderen nicht. Sofern Exklusivität von Beginn an vereinbart wurde.

Dem stimme ich grundsätzlich zu, habe aber schon genug Menschen kennengelernt, die diese positiven Charaktereigenschaften aufwiesen und dennoch irgendwann fremdgegangen sind.

Charakterlich gefestigte Menschen haben dieses Bedürfnis nicht und wenn sie in der Partnerschaft unzufrieden sind und / oder jemand anderen reizvoller finden, dann beenden sie erst die alte Partnerschaft, sauber und fair, und beginnen dann etwas Neues. Das Recht hat jeder.

Einige Leute erkennen wohl erst mit dem Auftauchen einer reizvolleren Person, dass die alte Partnerschaft sie nicht mehr voll und ganz befriedigt. Sollte sich jedoch keine neue Beziehung ergeben, können viele durchaus mit "dem Spatz in der Hand" weiterleben.

Jemand, der in der Partnerschaft betrügt oder warme Wechsel vorbereitet, scheut die negativen Konsequenzen einer Trennung. Angst, Unsicherheit, Egoismus und ein großer Mangel an Selbstbewusstsein sind die Ursachen. Ein Mensch mit diesen Defiziten taugt nicht die Bohne für eine ernst zunehmende und respektvolle Partnerschaft, in der Exklusivität vereinbart wurde. Solche Partner haben einfach kein standing und kämen mir nicht in's Bett.

Warme Wechsel finde ich (w, immer treu) noch übler als ONS, weil sie keinem "schwachen Moment" geschuldet sind, sondern mit dem systematischen Hintergehen des aktuellen Partners einhergehen. Ein nahtloser Übergang zu jemand anderem ist für den Verlassenen aber immer bitter, auch wenn der Wechselnde mit der neuen Liebe vor der Trennung noch keinen Sex gehabt haben sollte.

Diese Punkte kann man sehr frühzeitig bei der Partnerwahl "abklopfen". Wenn man selbst die Karten auf den Tisch legt, selbstbewusst ist und ein wenig Menschenkenntnis besitzt, dann lässt sich das schnell erkennen. Auch da gilt übrigens der Spruch: Gleich und gleich gesellt sich gern.

Dem muss ich leider deutlich widersprechen. Wie schon oben angemerkt, kenne ich genug Männer und Frauen, denen Monogamie in der Partnerschaft (auch für sich selbst) wichtig ist, und die trotzdem fremdgegangen sind bzw. warm gewechselt haben.
Diesen Leuten sah man es auch mit Menschenkenntnis nicht an, dass sie Jahre später (!) ihre Partner betrügen würden.
Hierbei handelt es sich allerdings nicht um die notorischen Fremdgänger, die die FS hier wohl in erster Linie anspricht, und die ein Lebensmodell zu thematisieren hätten, sondern um Menschen, die bei ihrem Tun definitiv ein schlechtes Gewissen hatten und die neben "Angst, Unsicherheit und Egoismus" wohl auch ihren Partnern ungern weh tun wollten.

Das taten sie natürlich trotzdem, und zwar weniger durch den sexuellen Betrug als durch die Lügen und Heimlichkeiten, die einer Partnerschaft die Grundlage entziehen.
 
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