• #1

AE’s: Wie regelt ihr die Notfallkontakte?

Gestern hat sich der Junior in der Schule verletzt. Wegen eines Kundengesprächs hab ich das Handy ausgeschalten und war ich selbst nicht erreichbar. Meine Schwester, die ich als Zweitkontakt angegeben habe, war mit ihren Hortkindern im Wald.

Als Mitglied des Elternbeirats der Grundschule, kennt man sich halt auch privat etwas und so hat die Schulsekretärin dann ersatzweise meine Partnerin verständigt, die sich dann auch sofort freigenommen und meinen Sohn zum Kinderkrankenhaus gefahren hat. Da gab es dann natürlich erst mal Probleme, weil meine Partnerin keine Rechtsbefugnis hat. Da war ich dann aber wieder telefonisch erreichbar und das Kinderkrankenhaus hat, nach kurzer Rücksprache, bis zu meinem Eintreffen die Wunde genäht.

Meine Partnerin erweist sich da übrigens als absoluter Glücksfall. Sie hat für ihre Kindergartengruppe eine Liste mit den Adressen, Telefonnummern und verfügbare Dienstzeiten der Ärzte erstellt. Dadurch weiß sie, dass der Kinderarzt zum Nähen an dieser Stelle nicht die notwendige Ausrüstung hat und die Chirurgen der Kreisstadt zu dieser Zeit geplante OP’s durchführen. Sie kennt sich also bestens aus …

Deswegen speziell an die anderen AE’s: Wie regelt ihr die Notfallkontakte? Ab wann tragt ihr einen neuen Partner/in für so was ein usw?
 
  • #2
... ich wusste bis dato nicht das es einer Befugnis bedarf, einen Notfall behandeln zu lassen.. ? Da habe ich ja meine Befugnisse schon einige Male übertreten..

Was waren denn das für "Probleme" die da auftauchten?
 
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  • #3
Hi :)
@1 : bei Kindern muss ein Erziehungsberechtiger zustimmen ( bei gemeinsamem Sorgerecht manchmal sogar beide Elternteile).
Wenn es kein lebensbedrohlicher Notfall ist, braucht man für 'körperverletzende' Eingriffe per se eine Einwilligung.
Und wenn es nur um die Frage mit / ohne Beruhigungsmittel oder nähen/ kleben geht.
Und wenn der begleitende keine Allergien etc. weiß- da kann die Wundversorgung zum echten Notfall werden.
Ohne zumindest telefonische Einverständnis wird von mir kein chirurgischer Eingriff vorgenommen- es sei denn vital bedrohlich.
Ab 16 kann teilweise selbst entschieden werden ggf. mit Tel. Einwilligung des Erziehungsberechtigtem, wenn der Jugendliche einen reflektierten Eindruck macht.

Liebe Grüsse :)
 
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  • #4
Kann man da nicht eine Vollmacht ausstellen für die nicht erziehungsberichtigte Partnerin, in der genau drin steht, dass sie das darf?
 
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  • #5
Lieber FS

Da ja bei dir offenbar die Mutter des Kindes nicht erreichbar ist bzw. sich nicht ums Kind kümmert, bist du alleine verantwortlich. In dem Fall hätte meine Partnerin in jedem Fall alle Befugnisse. Ich würde ihr die geben und im worst case dafür geradestehen, wenn es zum Gerichtsfall kommt.

Ich hatte mal einen weit schlimmeren Fall...wo ein schneller Entscheid notwendig war. Meine Partnerin hatte einen schweren Unfall, es musste schnell entschieden werden, ob operiert werden soll oder nicht. Als nur Partner hatte ich natürlich keine Rechte, ihre Eltern waren unerreichbar. Ich habe dann kurzerhand im Krankenhaus gesagt, wir seien verlobt, womit ich alle Rechte hatte. Ich habe der Operation zugestimmt, sie ging auch trotz der sehr hohen Risiken gut. Nur konnte meine Partnerin danach keine Kinder mehr bekommen, was mit der OP fast zwingend verbunden war. Ihre Eltern zogen dann vor Gericht...als der Richter ihnen dann erklärte, dass sie ohne meinen Entscheid nur noch ums Erbe streiten könnten (das zeichnete sich erst bei der OP ab, war vorher nur eine nicht unwahrscheinliche Option) und ihnen dringend anriet die Klage fallenzulassen kündigten sie auch noch Strafanzeige gegen den Richter an. Als sich dann meine Partnerin auch noch gegen mich wandte, habe ich mich getrennt. Ich würde aber jederzeit wieder so handeln.

Ich würde auch in jedem Fall meine Partnerin decken, wenn sie so einen Entscheid gefällt hätte..
 
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  • #6
Ähm, irgendwie kann ich das nicht glauben. Wenn sich ein Kind verletzt hat, wird doch wohl jeder Arzt und jedes Krankenhaus ohne jede Verzögerung sofort alle notwendigen Behandlungen durchführen.

m.
 
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  • #7
Ähm, irgendwie kann ich das nicht glauben. Wenn sich ein Kind verletzt hat, wird doch wohl jeder Arzt und jedes Krankenhaus ohne jede Verzögerung sofort alle notwendigen Behandlungen durchführen.

So kenne ich es aus meiner eigenen Kindheit. Verletzung auf dem Schulhof, Krankenhaus (die Lehrerin fuhr hin), Nähen, örtliche Betäbung. Die Eltern wurden gar nicht kontaktiert. Es war nicht lebensbedrohlich und ich unter 16. Jetzt kommt es mir fast etwas seltsam vor, aber vielleicht kommt es auch auf das Alter an.

Kritisch ist es vielleicht bei jüngeren Kindern, und wenn nicht unbedingt genäht werden muss, dann ist es ja durchaus eine Entscheidung, die Eltern vielleicht mitbedenken wollen. Z. B. ist es nicht immer die beste Alternative, einen bestimmten Schnitt zu nähen, wobei die Meinungen auseinandergehen.
 
  • #8
Allgemein geht es bei den Notfallkontakten ja nicht nur um medizinische Notfälle sondern auch um vermeintlich ganz belanglose Themen. Es geht z. B. auch darum, wer das Kind von der Schule abholen darf, wer bei einem früheren Schulschluss verständigt wird usw.


Was waren denn das für "Probleme" die da auftauchten?

Einerseits ging es um die Frage Kleben oder Nähen aber der wichtigere Punkt war wohl die Tetanusimpfung. Meine Partnerin wusste, dass mein Sohn vor gut 1,5 Jahren eine Impfung bekommen hat, das Krankenhaus wollte aber in diesem Punkt mit Sicherheit nichts falsch machen.

Ähm, irgendwie kann ich das nicht glauben. Wenn sich ein Kind verletzt hat, wird doch wohl jeder Arzt und jedes Krankenhaus ohne jede Verzögerung sofort alle notwendigen Behandlungen durchführen.

Bei Blinddarmentzündung oder einem schweren Unfall, bei dem keine Zeit verschwendet werden darf, wird natürlich jeder Arzt sofort handeln. Bei anderen Punkten hat Gast Nr. 2 schon geschrieben wo Klärungsbedarf besteht.


Ich würde auch in jedem Fall meine Partnerin decken, wenn sie so einen Entscheid gefällt hätte..

Meine Partnerin hat ja auch richtig gehandelt und wenn man so schaut, was z. B. viele andere hier im Forum über mitgebrachte Kinder denken, bin ich sowieso froh, dass sich meine Partnerin sich gut auskennt und engagiert.
 
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  • #9
Meine Partnerin erweist sich da übrigens als absoluter Glücksfall. Sie hat für ihre Kindergartengruppe eine Liste mit den Adressen, Telefonnummern und verfügbare Dienstzeiten der Ärzte erstellt. Dadurch weiß sie, dass der Kinderarzt zum Nähen an dieser Stelle nicht die notwendige Ausrüstung hat und die Chirurgen der Kreisstadt zu dieser Zeit geplante OP’s durchführen. Sie kennt sich also bestens aus …

Deswegen speziell an die anderen AE’s: Wie regelt ihr die Notfallkontakte? Ab wann tragt ihr einen neuen Partner/in für so was ein usw?

Wie süß! also das weiß eigentlich nahezu jede Mutter, dass man bei Platzwunden ins nächste Krankenhaus muss und nicht zum Kinderarzt, weil der nicht näht. Wobei man heutzutage viel auch kleben kann oder nur Steristrips draufmachen kann.
Ich hab eigentlich alles selber versorgt und mein erster Sohn hatte oft ne Platzwunde.

Als Alleinerziehende hab ich allerdings auch noch den Vater des Kindes - wir wohnen zwar nicht zusammen, aber wir sind beide Eltern und in derselben Stadt.

Wieso soll es denn rechtlich nicht o.k. sein, wenn ein anderer sich um mein verletztes Kind kümmert?? Solange es nicht um die Einwilligung zu einer Operation geht, kann da jeder mitgehen.
Die Kinder sind alle Tetanus-geimpft, also muss das auch nicht geklärt werden.

w
 
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  • #10
Mein Tipp: Zweites Handy anschaffen. Nummer nur dem Junior geben. Und nie ausschalten. m39
 
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  • #11
Liebe @8,
Weil es eben rechtlich in medizinischen Belangen nicht funktioniert.
Leider gibt es heute die abstrusesten Dinge:
Kind spricht kein deutsch, der Vater keine Muttersprache des Kindes- da haben wir uns durchaus gefragt, ob das überhaupt der Vater ist! (Verhalten des Kindes ihm gegenüber und Ausweis hat uns schlussendlich überzeugt.)
Natürlich werden Notfälle umgehend versorgt, wie ich oben erläutert habe.
Aber eine Platzwunde / Impfung etc. Ist kein akuter Notfall. Da ist immer zeitlich Spielraum für Mama/ Papa zu erscheinen.

Und ehrlich gesagt, tut man seinen hilfsbereiten Bekannten/ Kindergärtnerinnen etc. keinen Gefallen, wenn sie so viel Verantwortung übernehmen müssen. Auf Geheiß der Bekannten wird geimpft, Sedierung gegeben usw. : wumm. Medikamentenunverträglichkeit, allerg. Reaktion, Gendefekt- bleibende Schäden. Und die Eltern- klagen.
Auch ein Stich im Sinne einer Behandlung gilt als Körperverletzung.

Klar begleitet ein Kind auch mal die Oma- um ehrlich zu sein, ist es aber selten, dass die Eltern nicht dazu kommen. Und wenn's eine Stunde warten bedeutet.
Und mit Schmerzen lassen wir selbstverständlich kein Kind sitzen ( als -Notfall- interpretierbar).

Was prinzipiell hilfreich ist: Zettel mit Medikamenten, Allergien, familiären Bluterkrankungen ggf. falls vorhanden in ein Seitenfach Tasche / Jacke/ Ranzen und Betreuende informieren. Tel.nr. Von nächster Person (Oma/ Nachbar/Babysitter) angeben. Ggf. Schriftliche Vollmacht mit Kopie Ausweis hinterlassen.
Ob der Arzt dann darauf eingeht bei kleineren Versorgungen, ist seine Sache.

Das hat nichts mit Großzügigkeit zu tun, sondern ist unsere notwendige Absicherung.
Und leider hat das Misstrauen und die Klagefreudigkeit extrem zugenommen.
Dank Internet wird die Diagnose ja schon ins Foyer mitgebracht+ Behandlung, die dann genau so zu erfolgen hat ;)

Ich würde, wenn ich minderjährige Kinder hätte, ehrlich gesagt auch immer dafür sorgen, dass ein Elternteil zu erreichen ist. Diese Ur-Sicherheit muss sein und ist auch für die Kinder beruhigend in solchen Ausnahmesituationen. Ein verletztes Kind in der Notaufnahme möchte Mama oder Papa, vielleicht auch noch Oma oder Opa. Oder wenigstens die Gewissheit, dass Mama Bescheid weiß und auf dem Weg ist.
Das macht es für alle Beteiligten angenehmer.
Und hat mit Selbstständigkeit des Kindes gar nichts zu tun. Selbst Erwachsene kommen da an ihre Grenzen :)

Liebe Grüsse
 
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  • #12
Heirate Deine Partnerin und das Problem ist gelöst.
 
  • #13
Mein Tipp: Zweites Handy anschaffen. Nummer nur dem Junior geben. Und nie ausschalten. m39

Ggf. Schriftliche Vollmacht mit Kopie Ausweis hinterlassen.

Danke für diese beiden Vorschläge, das hab ich inzwischen gemacht. Auch in der Schule hab ich meine Partnerin inzwischen als Notfallkontakt angegeben.

Heirate Deine Partnerin und das Problem ist gelöst.

Eine Heirat würde am alleinigen Sorgerecht nichts ändern. Das wäre nur bei einer Adoption von ihrer Seite der Fall.
 
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