• #1

Änderung des Vornamens- Wie sind die Reaktionen?

Ich habe vor einiger Zeit meinen Vornamen (Rufnamen) geändert, weil ich den Rufnamen, den mir meine Eltern gegeben haben nie mochte. Das war zum Glück problemlos möglich, da ich mehrere eingetragene Vornamen habe. Namensrechtlich also kein Thema und ich musste auch keine Dokumente ändern. Im offiziellen Schriftverkehr (Versicherungen etc.) wurde die Änderung problemlos akzeptiert. Vorlage des Personalausweises hat genügt.
Früher hatten mir oft Leute gesagt, mein Vorname würde überhaupt nicht zu mir passen, was ich ja auch genauso empfand. Oft gab es auch richtig blöde Kommentare über meinen Namen. Ich habe oft vor dem Moment zurückgeschreckt, in dem ich meinen Vornamen nennen "musste". Ich habe echt gelitten.
Nehmen wir einmal an, der Rufname wurde von "Thusnelda" in "Anemona" geändert.
Meine Familie zum Beispiel ignoriert strikt meinen Wunsch, von nun an "Anemona" genannt zu werden und benutzt weiterhin den alten Namen.. Manchmal entstehen dadurch sehr unangenehme Situationen, wenn ich mich bei neuen Bekanntschaften unter dem neuen Namen vorstelle und die Familie oder alte Bekannte dann klarmachen, dass mein "richtiger" Name doch "Thusnelda" sei. Ich stehe dann ziemlich blöd da. Wie soll ich damit umgehen, wenn eine Klarstellung nicht reicht, dass ich nur mit dem neuen Namen angesprochen werden will? Kontaktabbruch? Neue und alte Kontakte getrennt halten? Mittlerweile rufen mich sogar Leute wieder "Thusnelda", die den neuen Namen "Anemona" bereits akzeptiert hatten.
Das Daten wird dadurch auch nicht einfacher. Ich kann ja einen neuen Kontakt nicht vorstellen ohne Angst zu haben, bloßgestellt zu werden. Außerdem könnte ein neuer Kontakt mir unberechtigterweise vorwerfen, mich unter einem falschen Rufnamen vorgestellt zu haben.
Habt ihr Leute in eurer Umgebung, die ihren Vornamen geändert haben? Wie würdet ihr mit der Situation umgehen?
 
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  • #2
Man kann es auch kompliziert machen, abba es geht auch ganz einfach:
Stelle dich mit deinem neuen Namen vor und bevor der 'Neue' die 'Alten' (Familie und Freunde) kennenlernt, kläre ihn auf.
Schön wäre es wenn du alle deine Namen akzeptierst und IHM dann anbietest, er könne sich von deinen Namen einen aussuchen.
 
  • #3
Hallo Anemona,

eine Bekannte hat die gleiche Entscheidung getroffen wie du, im Alter von ca 18 Jahren. Von einem netten gewöhnlichen Allerweltsnamen in ihren zweiten Vornamen, der auch schön aber ebenso gebräuchlich ist. Ich hatte zu ihr nicht so einen Kontakt, und habe mich selbst schwer getan immer daran zu denken. Ich glaube, nach und nach haben sie aber alle so genannt. Sehe ich sie heute, habe ich ihren alten Namen im Kopf.

Eigentlich ist es doch aber auch ähnlich wie wenn eine Frau Meyer durch Hochzeit Frau Schulze wird. Es ist ungewohnt, aber je öfter man den Namen nutzt, desto normaler wird er.

Ich finde, deine Familie sollte deinen Wunsch respektieren. Eltern reagieren vielleicht beleidigt, weil sie dir deinen alten Namen bewusst ausgesucht haben und deine Entscheidung als Kritik empfinden. Aber wenn Du z.B. entschieden hättest, am sofort als Mann zu leben, müssten sie es auch akzeptieren. Es ist dein Leben!
 
  • #4
Das ist ja jetzt mal eine ungewöhnliche Frage! Der erste Vorname meiner Cousine ist Antje, der zweite Hannah. Sie hat nun seit Jahren den Namen Hannah voran gesetzt. Für mich ist es Antje, für ihre Mutter und ihren Bruder ebenso. Das stört die überhaupt nicht.
Keine Ahnung, was in Deiner Familie los ist. Ich würde es einfach akzeptieren, dass du von nun an meine Anemona bist, wäre ich deine Mutter 😉.
Ich bin außer Heidemarie noch Monika und Cornelia. Ich finde alle drei Namen nicht so originell, aber das war damals eben so. Sag mal, war dein erster Vorname wirklich Thusnelda?😮
 
  • #5
Wieso sollten meine Eltern, die mir einen Namen gegeben haben und mich jahrelang so nannten sich an meine Launen, ihn zu ändern, halten müssen? Irgendwie egoistisch.
Es hat nichts mit Egoismus zu tu, sondern mit Respekt und Akzeptanz. Ich habe eine Bekannte, die Andrea Renate heisst, ich sie aber als Renate kenne und die sieht wie Renate aus. Andrea steht ihr überhaupt nicht. Es gibt ein Grund, warum manche Namen sich durchsetzen. Hat nichts mit Willkür zu tun, sondern dass der Name auch bestimmten Klang und Energie besitzt. Was ist mit den ganzen Künstlern, die im bürgerlichen Leben anders heißen? Da nennt sie wahrscheinlich auch niemand mit dem echten Namen.
FS, du hast eine Entscheidung getroffen, also steh dazu. Reagiere nicht, wenn man dich mit dem alten Namen nennt. Wenn deine Umgebung sich weigert, dich mit dem neuen Namen anzusprechen, dann Schränke eben Kontakt ein bzw. verzichte zeitlang drauf. Deinem Date sagst du deinen neuen Namen und erst, wenn es Fortsetzung gibt, dann klärst du ihn auf. Ich verstehe auch nicht, warum man wenig bekannte Menschen sofort zu Familie und Freunden schleppen muss, statt die Sache sich entwickeln zu lassen und erst dann dem Urteil der Familie aussetzen. Aber das ist schon ein anderes Thema.
 
  • #6
Ich habe drei Vornamen. Alle in der Geburtsurkunde eingetragen. Und was macht meine Ursprungsfamilie? Sie sucht sich den blödesten als Rufnamen aus - während die sehr ungewöhnlich und hübschen beiden Verbliebenen (einer davon in meinen Papieren sogar an erster Stelle angeführt) es nie nach oben geschafft haben.

Ich habe es als Erwachsene immer wieder versucht, denn als eingetragene Namen ist das von amtlicher Seite ja kein Problem. Aber irgendwann fiel jeder neue Mann in meinem Leben um und folgte der »Familienmasse«, die mich weiterhin so nannte, wie seit meiner Geburt.

Ich habe aufgegeben und warte darauf, dass diese Klette von Namen irgendwann einmal ein Sahneschnittchen wird.
 
  • #7
Eine Freundin hat das auch gemacht. Der erste Rufname war ein Allerweltsname - Petra.
Der eingetragene Zweitname ist Marte.
Seit 20 Jahren stellt sie sich neuen Leuten als Marte vor, auch im beruflichen Umfeld. In der Familie und bei früheren Mitschülern nennt man sie noch Petra.
Das stört weder sie noch andere. Und wenn jemand fragt, warum sie sich Marte nennt, obwohl sie doch als Petra aufgewachsen ist, dann nennt sie den Grund und gut ist.
 
  • #8
Sieh es gelassener .....
Ich heisse offiziell Thomas, werde von fast allen Freunden und Bekannten Tom genannt. Habe Tom auch als "Künstlernamen" vor Ewigkeiten eintragen lassen. Dazu habe ich als erster Sohn den Namen meines Vaters als Zweitnamen .... und mein Vater hat mich ab und zu mit diesem Namen angesprochen. Immer dann, wenn er besonders stolz auf mich war. Ich selber trage den Namen als Initial auf der Visitenkarte der Kanzlei, die private Karte nennt nur Tom. Und von ganz früher habe ich noch einen anderen Spitznamen, den einige sehr alte Freunde noch nutzen.
Und - um das Chaos zu komplettieren - V nennt mich Tommy. Und ist die einzige, die das darf.
Vorteil eines gewissen lokalen Bekanntheitsgrades .... ich kann bspw den Tisch im Restaurant einfach als Tom reservieren.
Bei Thusnelda, genannt Tussi , verstehe ich einen gewissen Leidensdruck. Du darfst eben nicht unterschätzen - die Macht der Gewohnheit. Die Familie hat schon das kleine Baby als Thusnelda geliebt.
Vielleicht hilft dir mein Spruch: "ich bin der Tom. Eigentlich Thomas, aber so nennt mich nur meine Mutter"
Ich persönlich wäre auch als Geschäftsfreund, Bekannter o.ä. ganz froh, dich Annemona nennen zu dürfen. Thusnelda ... nun, den Namen würde ich irgendwie instinktiv zu vermeiden versuchen. Und Tussi ? Nö.... es sei denn du bist eine solche
 
  • #9
Liebe Fs,
Du hast offiziell mehrere Vornamen und hast Dich nun für einen anderen Rufnamen entschieden.
Ich verstehe Dein Problem nicht. Warum sollte das jetzt ein Problem bei der Partnersuche sein?
Es wird doch in jedem Fall Dein offizieller Name verwendet.

Dein "Problem" erinnert mich an ein Teenager-Problem. Die 16jährige heißt offiziell z. B. Franziska, wird von allen Franzi genannt, will jedoch jetzt erwachsen sein und Ska genannt werden und ist beleidigt, weil die Eltern sie nicht Ska nennen.
 
  • #10
@realwoman, das ist doch Quatsch, oder denkst du wirklich, die Eltern von Lady Gaga nennen sie so, statt Stefani? Die Eltern haben sich auch etwas dabei gedacht dem Kind den Namen zu geben, was ist mit Respekt und Akzeptanz ihnen gegenüber? Komische Argumentation. Ich kann damit leben, dass Freunde aus der Kindheit und meine Familie mich anders nennt, als Menschen, die mich jetzt kennenlernen, weder stört es mich, noch fühle ich mich dadurch unsicher. Vielleicht sollten die Menschen anfangen das Problem bei sich zu suchen, statt Schuld den anderen zuzuweisen.
Ich habe keine Ahnung, wie Lady Gaga im Privaten genannt wird, aber wenn ich mich nicht täusche, ist Lady Gaga volljährig und darf selber eigene Entscheidungen treffen. Ausserdem geht es nicht darum, sondern die FS fühlt sich in bestimmter Situation unwohl und ihrer Umgebung ist es egal. Darum geht es. Und wenn jemand fünfzehn Namen hat und in jedem Kreis anders angesprochen wird, spielt keine Rolle, wenn es für alle passt. Hier haben wir Situation, dass die Mehrheit bestimmt, was für einzelnen gut sein soll und da gehe ich auf Barrikaden, in der Tat, weil ich zwar nicht unter meinem Namen gelitten habe, aber unter Eltern, die sehr lange geglaubt haben, bestimmen zu können, was ich tun soll, sogar als ich eigene Familie hatte.
 
  • #11
@realwoman, das ist doch Quatsch, oder denkst du wirklich, die Eltern von Lady Gaga nennen sie so, statt Stefani? Die Eltern haben sich auch etwas dabei gedacht dem Kind den Namen zu geben, was ist mit Respekt und Akzeptanz ihnen gegenüber? Komische Argumentation. Ich kann damit leben, dass Freunde aus der Kindheit und meine Familie mich anders nennt, als Menschen, die mich jetzt kennenlernen, weder stört es mich, noch fühle ich mich dadurch unsicher. Vielleicht sollten die Menschen anfangen das Problem bei sich zu suchen, statt Schuld den anderen zuzuweisen.
Wer sein Kind mehrere Namen gibt, gibt doch damit dir Freiheit den Rufnamen einfach zu wechseln.
Warum sollten Eltern sonst mehrere Namen vergeben?
Ich finde nicht, dass ein erwachsener Mensch seinen Eltern einen Gefallen tun sollte beim eigenen Namen.
Ich hab drei Namen, meine Schwester ebenfalls.
Sollten wir den Rufnamen ändern wollen, wird das akzeptiert.
Mein Kind hat immerhin zwei Namen.
Der erste ist ungewöhnlich und vielleicht für unser Kind irgendwann unpassend.
Dann wäre ich froh, wenn es sich für den zweiten Namen entscheidet, statt unzufrieden zu sein.

Abgesehen davon haben viele Leute Spitznamen, die nichts mit ihren Namen zu tun haben.
Wo ist das Problem?


Ach so und der Familie eine ordentliche Ansage machen.
Wenn du mit dem alten Namen angesprochen wirst, nicht reagieren.
Für mich ist es respektlos deiner Familie dir gegenüber.
Und es wundert mich nicht, dass du den alten Namen nicht magst.
Den die Respektlosigkeit wird dir früher öfters begegnet sein und sie hat sicher auch dazu beigetragen, dass du überhaupt einen Neuanfang und einen neuen Rufnamen willst.
 
  • #12
Hallo Anemona!

Oft muss man sich von seiner Familie distanzieren, wenn sie die eigenen Vorstellungen oder Wünsche nicht teilen, das heißt, den Kontakt auf ein Minimum reduzieren.
Deine Eltern haben bewiesen, dass sie eigentlich nicht mehr klar im Kopf sind und ihr eigenes Leben mit ihren selbst gemachten Illusionen leben wollen.
Sein Kind Thusnelda zu nennen, zeigt den Ego-Trip der Eltern am besten. Auch wenn ich beide Namen schön finde, muss dein Wunsch respektiert werden.

Wie kann es sein, dass neue Bekanntschaften mit deinen Eltern verkehren? So leid es mir tut: Breche den Kontakt zu deinen Eltern ab oder stelle zumindest zu ihrer Lebenszeit keinen neuen Freund mehr bei ihnen vor. Sie haben ihre Lebenschance vergeudet.

Wenn dich Leute anrufen und so nennen, dann würde ich den Hörer aufknallen und die Bekanntschaft abbrechen. Offenbar glaubt man deinen Eltern mehr als dir. Das ist purer Psychoterror. Das wurde doch absichtlich von deinen Eltern so initiiert.
Mir scheint, die wollen ihren Willen über dich kriegen und sind damit wirklich böse.

Deine Eltern versuchen dein Leben zu zerstören. Knalle das nächste Mal bitte den Hörer auf und sage, diese Person existiert hier nicht. Auf Verlangen kannst du ja deinen Ausweis zeigen. Und damit könnte man bei Belästigung auch zur Polizei gehen. Du hast dir nicht umsonst eine neue Identität aufgebaut, also hast du das Recht, deine Privatsphäre zu schützen.

Es geht nicht um deinen Vornamen. Deine Eltern sind Gift. Stelle am besten nie wieder einen neuen Kontakt bei ihnen vor und besuche sie immer seltener. Wenn du eigenständig in deiner eigenen Wohnung lebst, dann würde ich den Kontakt einstellen. Sie haben die Grenze längst überschritten.
Ich könnte mir vorstellen, sie steigern ihren Psychodruck dann und erzählen noch mehr Leuten von deinem echten Namen.

Es wäre auch mal Zeit, die Faust auf Mamas und Papas Tisch zu hauen, dass ihnen mal die Teller um die Ohren fließen. Das hat schon oft geholfen. Nimm deinen Ausweis und halte ihn deiner Mutter ganz nah vor die eigene Brille.
 
  • #13
Meine Familie zum Beispiel ignoriert strikt meinen Wunsch, von nun an "Anemona" genannt zu werden und benutzt weiterhin den alten Namen..... Wie soll ich damit umgehen.... Neue und alte Kontakte getrennt halten?
Liebe FS,
ich würde strikt trennen - die Bestandteile der Familie, die Deinen Veränderungswunsch nicht akzeptiert von Deinen sonstigen sozialen Kontakten strikt trennen - keine gemeinsamen Geburtstagsfeiern etc.
Wer ausreichend geistig flexibel ist aus der Familie und von den alten Bekanntschaften und "Anemona" hinbekommt bzw. nicht absichtlich unterminiert wird zu den Freunden eingeladen - der Rest findet sich mit den Betonköpfen an einem Tisch wieder.
Garnicht lange reden - einfach machen.

Manchmal entstehen dadurch sehr unangenehme Situationen, wenn ich mich bei neuen Bekanntschaften unter dem neuen Namen vorstelle und die Familie oder alte Bekannte dann klarmachen, dass mein "richtiger" Name doch "Thusnelda" sei.
Ich kann nicht verstehen, was an der Situation für Dich unangenehm ist. Jeder halbwegs belichtete Mensch müsste verstehen, dass Du nicht "Tusnelda" heißen willst und dass Du bei der Möglichkeit unter mehreren Vornamen auszuwählen einen nimmst, der Dir besser gefällt. Dann stell Dich halt offen gegen Deine Familie/Bekannte, wenn solche Situationen unvermeidlich sind und erkläre: Dein "richtiger Name" ist der, der beim Standesamt eingetragen ist, nämlich "Anemona". Und dann überdenke Dein Sotzialleben, warum Du Menschen, die Dich offensichtlich klein halten/machen wollen, soviel Raum in Deinem Leben gibst, dass sie Dir ständig unangenehme Gefühle machen. Kick sie raus aus Deinem Leben und das Problem ist für immer gelöst.
Man muss sich ja auch mal fragen, was Eltern damit bezwecken wollen, ein Kind "Tusnelda" zu nennen. Bei aller Familientradition: fair geht anders.

Ich kann ja einen neuen Kontakt nicht vorstellen ohne Angst zu haben, bloßgestellt zu werden. Außerdem könnte ein neuer Kontakt mir unberechtigterweise vorwerfen, mich unter einem falschen Rufnamen vorgestellt zu haben.
Du solltest mal etwas an Deinen Hemmungen arbeiten. Dann musst Du Dir halt ein Leben ohne diese Familie und ihren erweiterten Kreis aufbauen - am besten gleich noch ein paar km mehr Raum dazwischen bringen.
Ein neuer Kontakt kann Dir garnichts vorwerfen, Du hast die Namensänderung ordnungsgemäß umsetzen lassen und am Klügsten ist, dass Du Deine Bequemlichkeit überwindest und alle Dokumente (Personalausweis, Reisepass, Führerschein, Monatekarte etc) ändern lässt. Dann ziehst Du den Ausweis, wenn irgendein menschlicher Störfaktor was rumlabert und versucht, Dich zu unterminieren. Am Besten fragst Du dann noch den Störfaktor vor diesem "Zeugen", was ihm das bringt - ist eine wunderbare Vergrämungstechnik statt verhuscht zu reagieren mit full speed in die Offensive zu gehen.
 
  • #14
Ich nochmal. Ich finde es schade das du deinen alten Rufnamen so gar nichts abgewinnen kannst. Ich habe auch keinen schönen Vornamen von meinen Eltern verpasst bekommen. Eigentlich sollte ich Astrid heißen. Ich tröste mich damit, dass ich den Menschen sage M. ist weder schön noch originell, aber es ist nicht Michael, Martin oder Thomas. Das sind die Massennamen meiner Generation. Die meisten meiner Freunde kennen mich eh nur unter meinen Spitznamen. Nur innerhalb der Familie und im Arbeitsumkreis wird mein wirklicher Vorname genutzt.
Zweitens: Ein Bekannter von mir wollte vor ein paar Jahren nicht mehr mit seinen Spitznamen angesprochen werden. Ich habe mich da schnell angepasst. Allerdings habe ich ihn noch ein paarmal mit den Spitznamen angesprochen, worauf er sofort angesprungen ist. Er hat also sehr darauf geachtet das man ihn nicht mit dem Spitznamen anspricht. Ich fand das recht anstrengend. 100 mal den richtigen Namen gesagt und dann im Eifer der Diskussion mal den alten Spitznamen genannt und sofort kam die Korrektur. Es ist zum Glück vorbei. Was ich damit schreiben will, achte nicht so stark darauf richtig angesprochen zu werden.
Mehr Gelassenheit ist angesagt.
Namen sind Schall und Rauch.
 
  • #15
Also ich habe die Frage jetzt nicht so verstanden, dass die FS wirklich "Thusnelda" heißt (gibt es das überhaupt als echten Namen?). Ich dachte, mit dem Beispiel wollte sie nur verdeutlichen, wie unmöglich sie ihren ursprünglichen Rufnamen findet.

Sollte ich falsch liegen - mein herzliches Beileid! Ich kann da gut mitfühlen; bin auch mit einem echten Ungetüm von Namen gesegnet. 1. Vorname: hässlich und so ungewöhnlich, dass ihn NIEMAND beim ersten Mal versteht und ich ihn nochmal richtig schön laut wiederholen darf:rolleyes: 2. Vorname: einfach nur hässlich. Außerdem aus der Sicht meiner Generation ein "Altfrauenname". Da ist mir Vorname Nr. 1 immer noch lieber; damit bin ich wenigstens irgendwie "speziell". Mittlerweile finde ich es sogar ganz praktisch, dass ich oft für einen Mann gehalten werde ...😎

Aber wenn ich mich jetzt mal in die Lage der FS versetze, würde es mich auch ärgern, von den Eltern weiter mit Vorname 1. angeredet zu werden. Gleich den Kontakt abzubrechen, fände ich aber übertrieben - immerhin sind sie a) nicht mehr die Jüngsten und haben b) den Namen mal ausgesucht und sich dabei wahrscheinlich auch was gedacht. Sollte es sich allerdings durch alle Lebensbereiche hindurchziehen, dass die Eltern die Entscheidungen der erwachsenen Tochter nicht respektieren, stellt sich wirklich die Frage, ob der Kontakt noch guttut.

Bei neuen Kontakten würde ich gar kein Problem sehen. Man trifft sich ja nicht schon zum allerersten Date im elterlichen Wohnzimmer. Ich würde mich als "Anemone" vorstellen und die Namensänderung erwähnen, sobald gegenseitiges Interesse spürbar wird. Dabei würde ich den Mann auch gleich "vorwarnen", dass in der Familie noch immer der andere Name verwendet wird. Eventuell würde ich es sogar gleich beim 1. Treffen bei der Begrüßung sagen - ist ja nun kein "dunkles Geheimnis", über das man sich erstmal schamhaft ausschweigen müsste. Wenn der ursprüngliche Rufname so richtig übel war, hat man vielleicht sogar gleich was zu lachen 😁

Außer natürlich, das Namensthema ist wirklich nur ein Symptom, an dem ein ganzer Rattenschwanz an familiären Spannungen dranhängt. Dann würde ich bei den ersten Treffen ganz selbstverständlich den "neuen" Namen verwenden und die Vorgeschichte erst erwähnen, wenn es in Richtung Beziehung geht und eine Vertrauensbasis geschaffen ist.

Und von einem Partner würde ich auf jeden Fall erwarten, dass er den Namen verwendet, für den ICH mich entschieden habe. Umso mehr natürlich, wenn er mich schon unter diesem Namen kennenlernt. Alten Freunden würde ich sicher gelegentliche "Patzer" verzeihen. Aber eine strikte Weigerung würde mich ärgern und auf Dauer wohl die Freundschaft gefährden.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #16
Mittlerweile finde ich es sogar ganz praktisch, dass ich oft für einen Mann gehalten werde ..
Verstehe ich nun nicht ........
Was bringt es dir, wenn dein Vornamen für "Männlich" gehalten wird ? Der Name an sich ist doch immer noch der Selbe ......

Allerdings gebe ich dir völlig recht .... man könnte das Ganze kurz ansprechen bevor man den "Neuen" den Eltern präsentiert.
Und gelegentliche Versprecher alten Freunden gegenüber mit einem Grinsen quittieren, sich das Leben nicht zusätzlich schwer zu machen.
 
  • #17
Mach dich nicht verrückt oder lass dich davon aufreiben wenn dich deine Familie mit deinem „ursprünglichen“ Vornamen ansprechen, es ist vielleicht Gewohnheit, vielleicht aber auch fehlende Akzeptanz.

Menschen die neu in dein Leben treten, zB. Datingpartner würde ich deinen neuen Namen nennen und sobald es ernster wird und du dieser Person Freunde, Familie vorstellst über deine Namensänderung aufklären.

Mein Vorname ist sehr selten, viele Menschen hören ihn zum ersten Mal in ihrem Leben, wenn sie mich kennen lernen. Ich kenne niemanden persönlich der genauso heißt wie ich. Irgendwo bin ich aber auch froh darüber, ändern lassen würde ich ihn nicht. Meine Mutter saß schwanger beim Friseur und hat dann den Namen aus einer Zeitung (Verflossene eines sehr bekannten amerikanischen Schauspielers), Ich sollte erst Mandy heißen, was für ein Glück, dass es dieses Klarschblatt beim Friseur gab, was?😂 Hätte ihn dann vielleicht doch geändert.

W 26
 
  • #18
Ich habe einen wunderschönen französischen Vornamen, da ich in Frankreich geboren wurde, der hier in Deutschland extrem selten ist. Habe noch nie eine Frau in Deutschland kennengelernt die so heißt.
Mein zweiter Vorname ist der meiner deutschen Großmutter.
Ich bin meinen Eltern zutiefst dankbar, dass sie mir diesen schönen französischen Vornamen gegeben haben, und ich nicht so einen Massennamen der 60er Jahre bekommen habe, wie z.B. Michaela, Petra, Sabine, Karin, Stefanie, Andrea, etc.

Hätten sie mir so einen Allerwelts-Vornamen gegeben und als Zweitnamen meinen französischen, so hätte ich ihn sofort wenn ich größer geworden wäre, umgetauscht.

Auch wenn die meisten Deutschen meinen Namen falsch schreiben und aussprechen, und ich ihn immer buchstabieren muss, freue ich mich doch immer, dass ich irgendwie einmalig bin, zumindest hier in Deutschland 😁.

Also liebe FS, ich kann dich voll verstehen.
Eltern können unendlich viel kaputt machen bei der Namenswahl ihres Kindes.

Vor allem sollten nicht 10 Kinder in der gleichen Klasse sitzen mit dem gleichen Namen, wie es früher war und auch teilweise heute wieder so ist. Habe ich nie verstehen können wie man seine Kinder wie zigtausend andere in Deutschland benennen kann 😁.
 
  • #19
Hier meine Geschichte.
( Hinweis: die verwendeten Namen sind NICHT die wirklichen ).
Mein Vater wollte, dass ich Stephanie heiße, meine Mutter wollte Franziska. Sie würfelten, meine Mutter gewann, ich sollte folglich Franziska heißen.
Mein Vater war ein Arsch, ich erwähnte es bereits das ein oder andere mal. Als meine Mutter nun nach getaner Geburtsarbeit mit mir ans Krankenhausbett gefesselt war, ging mein Vater allein zum Standesamt, um mich anzumelden und ließ Stephanie eintragen.
Ich hieß also Stephanie und meine Mutter war, zu recht, denn sie hatte ja beim Würfeln gewonnen, stinksauer und nahm Rache, indem sie mich Steffi nannte. ( Mein wirklicher Name ist wirklich ganz gut und der Diminutiv wirklich ziemlich mies, der Unterschied ist deutlicher als bei Stephanie und Steffi. )
Ich dachte also, ich hieße Steffi und sagte das auch den anderen kleinen Mädchen im Sandkasten und bin diesen Namen bis nach dem Abitur nicht mehr losgeworden.

Dann hatte ich eine Chance, denn im Studium kannte mich niemand.
Ich stellte mich fortan als Stephanie vor und alle Leute, die ich seitdem kennenlernte, nennen mich so. Alle davor nennen mich Steffi.

Ein Onkel und eine Freundin aus der Steffi-Zeit hatten angeboten, mich Stephanie zu nennen, aber das wollte ich nicht. Das wäre mir sehr künstlich vorgekommen.
Wenn meine Verwandten mich Steffi nennen, ist das für mich ok.
Wenn mich mein Bruder, den ich nach 35 Jahren wieder gefunden habe, Steffi nennt, bin ich entzückt, weil das wie ein Gruß aus der Kindheit ist, in der wir uns sehr nah standen.

w 53
 
  • #20
Ich würde das vermutlich etwas affig finden. Wenn ich die Beweggründe kennen würde, würde ich mich wohl schon umgewöhnen können.

Aber je näher einem der Mensch steht, desto schwieriger ist das. Wenn man (oder ich) jemand mag, dann gibt es ja keine blöden oder hässlichen Namen. Die Sympathie zum Menschen überstrahlt ja den Namen bei weitem - und so wird der Name auch nicht als hässlich wahrgenommen. Der Name fungiert als Etikett für die jeweilige Person. Man hört "Thusnelda" und verbindet damit was Positives. Ich käme nie auf die Idee, das mir nahestehende Personen keine schönen Namen hätten, obwohl sie objektiv gesehen oft altmodisch sind.
Ich mag die Person Thusnelda. Darum mag ich auch ihr Etikett Thusnelda. Jetzt will die Thusnelda nicht mehr Thusnelda sein. Das fühlt sich - ohne Erklärung - mal so an, ob sich der liebgewonnene Mensch distanzieren wollte ...
Auch wenn das von Thusnelda so nicht beabsichtigt ist.
 
  • #21
Vielen Dank für eure Meinungen, Kommentare sowie Erfahrungen und natürlich auch für die vielen guten Tipps!
Und ja, "Thusnelda" steht fiktiv für meinen grässlichen Namen, ohne jetzt andere Personen namens Thusnelda verunglimpfen zu wollen.
Ich will mit dem Ablegen meines Grusel-Namens als Rufname wirklich niemandem auf die Füße treten. Andererseits hat mich der Name lange genug verfolgt und ich mag einfach nicht mehr. Vergesslichkeit oder Unachtsamkeiten finde ich nicht so schlimm.
Aber von Kontakten, die das nicht einfach akzeptieren wollen, werde ich mich nach und nach zurückziehen.
 
  • #22
Reagiere nicht, wenn man dich mit dem alten Namen nennt.
So hat eineinhalb Cousin auch gemacht. Ansonsten rede mit deiner Familie und mach ihr klar, wie wichtig das für dich ist. Neuen Bekanntschaften würde ich sagen „eigtl heiße ich... auch wenn sich meine Familie bisher noch nicht dran gewöhnt hat.“ wenn Leute merken, es ist dir wichtig, werden sie sich gewöhnen, sonst sind sie einfach unhöflich.
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