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  • #91
Die Überschrift "Abgestempelt mit Hauptschulabschluss?" impliziert Klassenbewußtsein und subjektiv aufgenommen Streben nach Höherem.

Leute die nach Bildung gehen könnten höchstens argumentieren das man sich nicht verstehen könnte, weil die Interessen völlig unterschiedlich sein könnten. Und da sollte man den Bildungs-Suchern doch Recht geben!!

Aus eigener Erfahrung ist das überwiegend auch so, Ausnahmen bestätigen die Regel. Ich verbringe meine Freizeit gern mit Leuten, die z.B. ähnliche Filme bevorzugen wie ich, die Kulturgeschichte auf gleicher Ebene verstehen usw.
Die hier so oft erwähnten Berufsgruppen: Ärzte, Anwälte, Architekten, Lehrer werden wohl eher von Frauen bevorzugt, die auf Prestigegewinn setzen. Bei Lehrern würde mir primär Sozialkompetenz einfallen, die schätze ich auch. Aber ich suche keinen Beruf, sondern einen Partner.
w
 
  • #92
Aus eigener Erfahrung ist das überwiegend auch so, Ausnahmen bestätigen die Regel. Ich verbringe meine Freizeit gern mit Leuten, die z.B. ähnliche Filme bevorzugen wie ich, die Kulturgeschichte auf gleicher Ebene verstehen usw.

Das ist doch eher selbstverständlich, aber es hat auch nicht immer etwas mit dem Schulabschluss zu tun. Aus meiner Erfahrung sind die Abschlüsse hier bunt gemischt. Wenn ich mich an meine Studentenzeit in Mainz zurückerinnere und dann daran denke wer dort alles ins Mainzer Unterhaus ging, dann waren es auch nicht nur ausschließlich Menschen mit Abitur( max. 50%). Für mich war noch nie der Schulabschluss anderer wichtig. Was interessiert mich dies? Alles nur Relikte aus der Vergangenheit. Das jetzt und hier ist da schon viel wichtiger. Wenn zum Bsp. jemand mit Dissertation sich für Mario Barth und Konsorten begeistern kann, dann habe ich trotz der guten Ausbildung des anderen wenige Schnittmengen. Das Problem des FS ist wohl eher das eigene Selbstwertgefühl und nicht der Schulabschluss. Also FS wenn dir der Abschluss so wichtig ist, dann hole dies einfach nach. Es gibt hierfür genügend Möglichkeiten dies berufsbegleitend zu tun. Des Weiteren schätze ich aber, dass man anschließend trotz Abitur kein anderer Mensch wird bzw. ist.
 
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  • #93
1. Frag da sowieso kein normaler Mensch und
2. Wenn du jemand triffst der Leute ernsthaft danach beurteilt lass blos die Finger von Ihm, der hat wesentlich mehr Probleme mit sich und der Welt als nur diesen Abschluss.
 
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  • #94
Ja, es gibt Menschen die nach schulischer und beruflicher Qualifikation sortieren. Ich mache das nicht, da ich selbst aus einfachen Verhältnissen komme. Ich habe seit einem Jahr einen Lover, der auch "nur" einen Hauptschulabschluss hat, kann mit ihm aber tiefgründigere Gespräche führen als mit den meisten Akademikern in meinem Alter. Er kann vielleicht keine Differentialgleichungen lösen, ist aber politisch und geschichtlich sehr interessiert und daher ist mir sein Abschluss total egal. Mein Exfreund bspw. war auf der Realschule ein sehr schlechter Schüler, da er einfach faul war und die Bedeutung für seine Zukunft noch nicht erkannt hatte. Er hat das Abitur nachgeholt und wurde von seiner Firma im Bachelor- und Masterstudium finanziert. Sein Studium hat er in Regelstudienzeit ohne eine einzige vergeigte Prüfung durchgezogen und war der Drittbeste in seinem Kurs. Ich möchte damit sagen: Wenn die Familie einen nicht treibt und man selbst die Wichtigkeit eines Schulabschlusses noch nicht erkannt hat, dann kann man leicht unter seinen Möglichkeiten zurückbleiben.
Meine Eltern haben beide nur einen Hauptschulabschluss aber alles dafür getan, dass ich heute dort stehe, wo ich eben stehe. Voll im Beruf und Masterabschluss als Ingenierin. Ein Abschluss ist nur ein Stück Papier und sagt nicht über die Persönlichkeit aus.

Ein Hauptschüler, der von Hartz IV lebt und sein Leben nicht auf die Reihe kriegt käme für mich aber auch nicht als Partner in Frage.

W/27
 
  • #95
Ich möchte nicht immer wieder von neuem erklären müssen, dass für mich als Professor "Semesterferien" rein gar nichts mit "Ferien" zu tun haben.

Ich möchte auch nicht ständig von neuem klarmachen müssen, wie es geht, dass ich im Schnitt eine 60-Stunden-Woche habe, dass ich aber Vertrauensarbeitszeit habe und deshalb, wenn es sein muss, i.d.R. ohne Probleme auch schon mal um 16:00 Uhr zu Hause sein kann – kurzum: dass ich in aller Regel nicht auf eine bestimmte Uhrzeit "Feierabend habe".

Und ich möchte auch nicht gehäuselte Blicke ernten, wenn ich abends erzähle, dass ich mich zum Mittagessen mit dem Prodekan getroffen habe.

Du hast sicher teilweise recht - eine gewisse intellektuelle Übereinstimmung sollte beim Partner schon da sein. Aber mal ehrlich, Du tust ja gerade so, als ob die von Dir genannten Dinge außer Dir nur eine Handvoll Menschen verstehen könnte. Das erklärt man einmal und gut ist. Man muss auch nicht aus allem eine hochwichtige Angelegenheit machen - ob es sich nun um das universitäre Umfeld oder den Beruf handelt.

Ebenso könnte Dir eine intelligente Partnerin aus einem nichtakademischen Umfeld sicher auch Dinge beibringen, von denen man als 36-jähriger Professor noch nie gehört hat. Es kann auch sehr schön sein, voneinander zu lernen und von unterschiedlichen Lebenserfahrungen zu profitieren. Ein rein akademisches Umfeld kann übrigens auch zu einem eingeschränkten Horizont und vor allem zu einer gewissen Lebensfremdheit führen. Das sage ich als Akademikerin, für die Realitätssinn und Authentizität bei Menschen (und bei einem Mann) wichtiger sind als ein Titel.
 
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