• #1

Ab wann fängt bei euch Auslachen an? Versucht ihr es immer zu unterdrücken?

Ich denke darüber wurde hier im Forum noch nie geschrieben. Ich möchte jetzt nicht falsch verstanden werden. Auslachen ist natürlich ein Nogo. Ich persönlich finde es nicht in Ordnung wenn jemand was richtig peinliches passiert ist auch noch darüber zu lachen. Trotzdem ertappe ich mich selber dabei, dass ich mich da manchmal richtig zusammen reißen muss. Wo liegt bei euch da die Grenze wenn jemand anders über euch lacht.

Heute war beispielsweise so ein Fall. Bei uns gab es heute ein ordentliches Gewitter. Auf einmal gab es einen ordentlichen Knall. Ihr kennt ja sowas bestimmt auch. Wenn Blitz und Donner fast zeitgleich sind. Meine Frau und mein Sohn sind richtig erschrocken. Haben kurz gekreischt. Vor Schreck. Ich musste da richtig lachen. Sie haben danach auch gelacht. Meine Ex hat das immer geärgert.

Ich würde allerdings nie jemanden auslachen. Wo liegt bei euch die Grenze? Ich meine damit, dass ihr es dem anderen übel nehmt?

Ich persönlich bin bei Gewitter sowieso nicht so extrem schreckhaft. Sie haben mir schon immer gefallen. Selbst in der Kindheit schon.
 
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  • #2
Auslachen fängt bei mir da an, wo ich die Grenzen des anderen bewusst "von oben herab" übertrete. Wenn eine Hierarchie entsteht. Auslachen impliziert auch Schadenfreude (für mich)

Hinzukommend finde ich es gibt 2 Arten des "Auslachens". Die erste entsteht häufig durch Situationskomik und ist meist nicht böse gemeint, auch wenn s beim Gegenüber "böse" rüberkommen kann.

Die zweite Form des Auslachens fußt auf Häme und wenig auf Situationskomik. Wenn Menschen sich eigentlich das lLachen verkneifen könnten und es trotzdem tun, wohlwissend es verletzt den anderen. In dem Kontext assoziere ich Auslachen auch mit Mobbing oder einer anderen Form der Demütigung.

Die Grenzen sind fließend und persönlichkeitsabhängig.
 
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  • #3
Hi,
Naja bei der eigenen Familie ist das doch kein Problem, so nahe steht man sich normalerweise, dass man sich das nicht gegenseitig übelnimmt. Schon mal was von Situationskomik gehört?
Wenn deine Ex sowas übel nahm, dann - Klischeespruch aus dem Forum - war sie nicht die Richtige. So ein Szenario mit dem Gewitter persönlich zu nehmen, da hat sie keinen Humor und wäre mir zu anstrengend.
Jochen, du hast deinen Sohn sicher nicht ausgelacht, als er mit 5 Jahren beim Gewitter vor Angst ernsthaft geweint hat, sondern ihn getröstet. Heute ist er recht groß, da darfst du ihn klar kurz auslachen.
W37
 
  • #4
Das, was du schilderst, finde ich nicht schlimm, das fällt in die Kategorie "humorvoll-neckendes Auslachen unter guten Freunden/Verwandten" und so was kenne ich auch. Ich bin z.B. ein tollpatschiger Mensch und lache mich selbst aus, wenn ich zu Hause mal wieder was verkleckere. Vorhin, als ich den Balkon gießen war, hat mich mein Partner mit Blick auf die Tropfen auf dem Fußboden gefragt, ob ich wieder Spuren hinterlassen habe. Wir lachen gemeinsam über so was und haben gewisse running gags, also wenn man danach gemeinsam lachen kann, ist es für mich kein böses Auslachen, sondern eher ein liebevoll-lustiges Necken. Wir necken uns manchmal. Sollte ich jedoch merken, dass ein blöder Spruch von mir den anderen irgendwie verletzt oder nicht gut ankommt, achte ich darauf und wiederhole ihn nicht.

Mein Partner, meine Schwester, Freunde und ich "lästern" oder "lachen" auch manchmal über andere Menschen in der Öffentlichkeit, die sich in unseren Augen irgendwie komisch benehmen/aussehen, aber niemals so, dass sie es mitbekommen, und auch nicht wirklich bösartig, eher so nach dem Motto: "Oh mein Gott, hast du das gerade gesehen? ..." Auf dem Prinzip basieren übrigens auch viele Fernsehsendungen, wo man sich über andere Menschen und ihr Verhalten oder Aussehen lustig macht und sich dann selbst besser fühlt, weil man ja so "normal" ist.

Ich glaube, ich habe noch nie einen Menschen ins Gesicht bösartig ernsthaft ausgelacht, das fände ich total unhöflich und gemein. Ist mir auch noch nie passiert. Bestimmt haben schon Menschen heimlich gelästert, und ich wurde auch schon kritisiert, nie jedoch schallend ausgelacht.
w26
 
  • #5
Vor wenigen Tagen hat mein Bruder (Macho, großes Ego) sich einen richtig peinlichen Knaller geleistet. Meine Eltern, sein Sohn und ich haben alle schallend gelacht, er saß da wie Buddha und hat die Ovationen entgegen genommen.................

Nee, ich weiß schon, unter so vertrauten Menschen ist das ein bisschen anders. Aber manchmal passiert es eben, dass mann/frau spontan los lachen muss, ich habe mich dann auch schon entschuldigt und versucht etwas Positives zu dem kleinen oder größeren Unglück zu sagen.

Ingesamt muss ich aber sagen, dass ich am Häufigsten über mich selbst und irgendwelchen Quatsch, den ich angestellt habe, lachen muss, manchmal bis zu Tränen. Dann habe ich mir fast schon wieder verziehen...

Lieber Jochen, nettes Thema, danke Dir!
 
  • #6
Das, was du schilderst, finde ich nicht schlimm, das fällt in die Kategorie "humorvoll-neckendes Auslachen unter guten Freunden/Verwandten" und so was kenne ich auch. Ich bin z.B. ein tollpatschiger Mensch und lache mich selbst aus,
Das denke ich auch, na da haben wir was gemeinsam, mir passieren oft komische Sachen, einmal hab ich bei diesen Auto Selbstwaschstationen versehentlich einen Mann abgeduscht, er hat’s zum Glück mit Humor genommen (diese Dinger sind manchmal auch einfach blöde) musste schon darüber lachen.
Oder ein Kollege hatte mir mal erzählt was er in der Ausbildung machen musste, er musste darüber selber lachen und ich konnte mich nicht mehr einkriegen vor lachen, hab so geheult vor lachen. Wir alle mussten wohl in der Ausbildung mal ein paar komische Dinge tun, einmal sollte ich mit Firmenwagen etwas abholen 1. Lehrjahr (das ganze Auto war voll, ich konnte durch keine Scheibe mehr gucken außer vorne und die Fahrerscheibe, die Firma hatte alles schon schön auf Palette und dann kam ich mit einem Passarati um die Ecke 🤦‍♀️) oder einmal hab ich ganz selbstbewusst gesagt „nein, das haben wir nicht bestellt, nein das muss ein Irrtum sein, nein was erzählen sie denn da, das kann nicht sein.. Moment mal, ich frage zur Sicherheit nach“ hatte dann nachgefragt (mein Vorgesetzer sagte „Keine Angebote mehr von WareX annehmen“ jedenfalls lag dann doch ein Auftrag vor und der Herr wollte mich dann persönlich kennen lernen, er fand es lustig. Als er kam sagte ich nur „ich geh mich dann jetzt mal unterm Schreibtisch verstecken.“ er fand mich nett und wollte mich unbedingt persönlich kennen lernen..ja ja oder einfach auch nur ärgern, (war zufällig auch der GF der Firma wo die Ware bestellt wurde, er fand’s lustig wie ich das abgestritten habe nichts bestellt zu haben) die ganze Abteilung hat darüber gelacht, ich auch😬😅
Mir ist auch schon mal auf der Arbeit die Hose gerissen und meine Kollegin hat mich drauf aufmerksam gemacht, wir mussten alle so lachen und ich sag dann noch zu einem Kollegen „Na komm, haste bestimmt gesehen und extra nichts gesagt.“ er meinte richtig laut lachend „nein, nein wirklich nicht.“ Die haben sich gar nicht mehr eingekriegt vor lachen, ich aber auch nicht, war wohl morsch die Buxe, was 🤷‍♀️

Ich glaube wenn es für den anderen in Ordnung ist dann ist es vielleicht eher ein mitlachen als auslachen, bei Schadenfreude würde ich immer kurz warten ob auch alles in Ordnung beim anderen sonst ist es nicht lustig eher schlimm. Es kommt immer sehr auf die Situation an und auch auf den Menschen wie der so tickt. Im Zweifelsfall die Klappe halten und versuchen das Lachen zu unterbinden.

W 27
 
  • #7
Bei mir ist es so, dass ich immer schrecklich viel Mitleid empfinde. Ich versetze mich automatisch in mein Gegenüber. Wenn Jemand etwas Peinliches tut oder ins Fettnäpfchen tritt, tut mit es so leid für ihn, dass ich niemals über Jemanden lachen könnte. Tatsächlich "Schadenfreude" kenne ich persönlich nicht als Gefühl, obwohl ich natürlich verstehe, was damit gemeint ist (obwohl nein, doch. Wenn mir Jemand so richtig unsympathisch ist, wie zB der letzte US-Präsident, dann freue ich mich, wenn er sich blamiert. Das sind aber extrem wenige Menschen). Bei Youtube Fail-Videos, wo andere lachen, tun mir die Menschen immer leid. So was kann ich gar nicht sehen. Mir ist die Häme einiger Menschen zuwider.
 
  • #8
Wenn mir ein Missgeschick passiert oder ich denke, dass ich gerade besonders komisch aussah beim Hinfallen oder sowas, finde ich es ok, wenn einer lacht. Wenn ich dann den Boden vollblute, versuche hochzukommen und er mir nicht aufhilft, sondern sich weiter kaputtlacht - siehe nächsten Abschnitt.

Ich kann über mich selbst lachen, auch wenn es wehtut, und merke es aber genau, wenn jemand nicht drüber lacht, dass ich so komisch aussah oder klang in der Situation, sondern wenn er sich über mein Leid freut.
Das sind Leute, die sich selbst klein und unterdrückt und allen unterlegen fühlen, und denen dann einer abgeht, wenn sie denken, dass es mal nicht sie getroffen hat mit dem Mist des Lebens und man es verdient hat, dass einen der Nachteil, Schmerz, Schaden auch mal ereilte. Die sind auch niederträchtig und hämisch.
Es sind auch immer Neider, die sich speziell bei bestimmten Menschen über deren Leid freuen, weil sie denken, dass dann die "Gerechtigkeit des Universums" wieder hergestellt sei.
Will ich nicht um mich haben.
 
  • #9
Na ja.. Ich schau ab und zu lustige Videos im Internet und da gibt es viele, wo Menschen erschreckt werden. Was da zu lachen gibt, weiss ich nicht, vor allem wenn jemand tatsächlich Riesenschreck empfunden, z. B. aus dem Schlaf gerissen mit lauten Geräuschen oder bösen Masken.
Dein Beispiel finde ich nicht lustig, vor allem wenn Deine Frau Dich mehrmals darauf aufmerksam gemacht hat, dass sie es nicht lustig findet. Ich erschreckte bei lauten Geräuschen auch und sollte jemand es albern finden oder gar lustig, der bekommt von mir Riesenärger, da meine Gefühle nicht ernst genommen werden.
Schlimm finde ich, wenn viele hier meinen, ach mei, bei nahestehenden Menschen kann man das machen🤦‍♀️🤦‍♀️. Wieso?? Bei fremden - vielleicht, da kennt man sie nicht genug, ausserdem ist man nicht besonders involviert, aber bei Menschen, die man liebt, sie aufziehen?
Ich laufe nicht mit Stock im Po und Situationskomik finde ich Klasse, aber wenn ich merke, dem anderen ist es richtig peinlich oder unangenehm, da ist für mich auch sehr schnell der Spass vorbei.
 
  • #10
Bei Youtube Fail-Videos, wo andere lachen, tun mir die Menschen immer leid. So was kann ich gar nicht sehen. Mir ist die Häme einiger Menschen zuwider.
Früher gab es davon unzählige Sendungen im Fernsehen. Wo Leute wirklich ziemlich schmerzhafte, aber wohl nicht lebensgefährliche Unfälle auf Video eingesendet haben. Heute gibts das viel auf Youtube. Ich konnte darüber noch nie lachen, weil ich das irgendwie so doof finde, zu lachen, wenn sich jemand weh tut.
Also, mir fällt grade gar keine Situation ein, in denen ich wirklich das Bedürfnis habe, jemanden auszulachen.
Auch oben genanntes Beispiel empfinde ich noch nicht als auslachen.
 
  • #11
Mir tut das auch immer leid, wenn jemand ein Missgeschick passiert. Was ich z.Bsp. gar nicht anschauen kann, sind solche Sendungen wie „Pleiten, Pech und Pannen". Da ziehts mir den ganzen Magen zusammen, wenn ich sehen muss, wie gleich jemand hin- oder irgendwo runterfällt.
Über mich selbst lachen kann ich aber ständig. Wenn ich barfuss im Haus rumlaufe hau ich mir mindestens einmal pro Tag den Fuss irgendwo an...lach
 
  • #12
Es gibt Unterschiede:

Ist es ein liebevolles Aufziehen unter Menschen, die sich gern haben,

oder feixt da einer herum, von dem du genau weißt: Der mag mich nicht. Das fällt dann unter die Kategorie Schadenfreude. Häme. Wer sich so verhält - hat keinen Grund, stolz auf sich zu sein ...
 
  • #13
Heute gibts das viel auf Youtube. Ich konnte darüber noch nie lachen, weil ich das irgendwie so doof finde, zu lachen, wenn sich jemand weh tut.
Also, mir fällt grade gar keine Situation ein, in denen ich wirklich das Bedürfnis habe, jemanden auszulachen.
Die Videos kenne ich auch, ich kann darüber auch nicht lachen, da scheinen sich manche schon ordentlich weh zutun bei so manch einer Aktion.

Meine Freundin hat mich letztens angelacht, waren auf dem Spielplatz im Bach mit den Kindern und sie ist dann schon hoch in den Sand (sie hatte Gummistiefel an, ich nicht) mein Sohn spielt mit irgendwelchem Sandspielzeug eines anderen Kindes im Bach und lässt es natürlich los, es treibt ab, also bin ich dann mit Turnschuhen losgelaufen durch das Wasser.. meine Schuhe, Hose alles war nass 🙄 meine Freundin fragte was ist dir denn passiert, lachte laut und meinte „warum hast du denn nichts gesagt, ich hab doch Gummistiefel an“ (da wär das Spielzeug schon weg geschwommen)

Gleicher Spielplatz: Ich stelle meinen Rucksack ab, im Seitennetz die Trinkflasche meines Sohnes, ich höre nur wie sie auf den Boden fällt und ich gucke, versuche sie zu finden, dann schaue ich in die Umrandung mit dem Wasser der Wassermühle -Bingo, darein gerollt - also bin ich da dann rein geklettert, gehofft ich werde nicht beobachtet und hab die blöde Flasche daraus geholt 😐 mit passieren ständig solche Dummheiten, wenn man nicht ein bisschen über sich schmunzeln kann hat man ja ständig miese Laune🤷‍♀️

Beim Sportunterricht hatten wir mal Basketball gespielt, als Übung sollten wir uns beim laufen den Ball zuspielen, meine Freundin und ich haben das gemacht, ich warf ihr den Ball zu und er landete auf ihrem Kopf und sprang nochmal hoch, nochmal auf ihren Kopf, das sah ziemlich komisch aus und wir mussten beide lachen, fällt sowas dann unter die Kategorie Schadenfreude auch wenn sie sich dabei nicht verletzt hat?
 
  • #15
Auslachen?, wenn jemand mit Absicht in eine Situation gebracht wird, damit andere sich amüsieren können, finde ich das schlimm. Aber mal ein kleiner nicht mit Absicht herbei geführter Gag, ist das Salz in der Suppe und belebt doch den Alltag.
 
  • #16
Ich war Anfang 20 mit meinem damaligen Freund bei seinen Eltern auf dem Land in seinem riesigen Garten, wo das Gras frisch gemäht worden war.
Ich bekam einen ganz schlimmen Heuschnupfen-Anfall.
Meine Augen tränten unaufhörlich, und meine Nase floss nur so, konnte kaum reden. Ich litt richtig, bekam auch schlecht Luft.

Der Vater meines Freundes lachte mich richtig aus. Er fand es scheinbar lustig wie ich mich quälte und wie meine (leider damals nicht wasserfeste) Wimperntusche runterlief.

Ich fand sein Verhalten wirklich als das Allerletzte. Wie kann man lachen über jemanden, der offensichtlich gerade leidet?

Es gibt sehr unsensible Menschen - schlimm!
 
  • #17
Situationskomik .... ist doch ok, darüber zu lachen. Es gibt sowieso zu wenig zum Lachen. Man sollte also jede Gelegenheit nutzen.

Auch eine gewisse Schadenfreude ist mir nicht fremd. Neulich hat eine der Sekretärinnen bei uns sich lautstark über den (freundlichen und liebenswerten) Schäferhund eines Mitinhabers beschwert. Herrchen und ich haben das geduldig angehört, während der Hund die Zeit genutzt hat und ihr den LKW (Brötchen mit Leberkäse) vom Schreibtisch geklaut hat, an ihr vorbei getragen und dann zufrieden gemampft hat. Ich habe richtig schallend gelacht .... sowohl über den schlauen Hund als auch über ihr dummes Gesicht.

Ich mag es auch, wenn Leute meinen, alle anderen reinlegen zu können, dabei so richtig mit der Nase bremsen und sich zusätzlich mit jedem weiteren Wort immer tiefer in die Scheisse reiten. Köstlich.

Wo es bei mir aufhört ? Wenn sich jemand wirklich verletzt ..... über Blume's nasse Füsse kann ich lachen, wäre sie im Bach gestürzt und hätte sich den Arm gebrochen - dann nicht mehr.

Wenn ich einen Bock schiesse oder mal wieder tollpatschig mehr kaputt mache als repariere .... darf man gerne darüber lachen. Ich lache mit und weiss dann, dass ich genau das auch verdient habe. Und ja, die Sekretärin darf gerne mich auslachen, falls der Hund sich mal mein Wurstbrot schnappen sollte ....
 
  • #18
Über sich selbst lachen können, finde ich eine extrem wichtige Charakter-Eigenschaft. Mir tun Menschen immer leid, die nicht auch mal über sich selbst lachen können.

Ja, ein richtiges "Auslachen" ist, wie Du ja auch schreibst, ein Nogo. Aber ein ÜBER etwas lachen können, finde ich schon wichtig. Vor allem, wenn die komische Situation "zufällig" passiert, also auf jeden Fall nicht (von anderen) absichtlich herbeigeführt wurde.

Die Grenze ist da, wo ein anderer verletzt wird, egal ob körperlich oder psychisch.

Schöne Frage, Jochen, finde ich! Top! : - )
 
  • #19
Jochen, du hast deinen Sohn sicher nicht ausgelacht, als er mit 5 Jahren beim Gewitter vor Angst ernsthaft geweint hat, sondern ihn getröstet. Heute ist er recht groß, da darfst du ihn klar kurz auslachen.
Das habe ich natürlich nicht gemacht. Er war allerdings jemand dem Gewitter eher gefallen haben. Das hat er wahrscheinlich von mit. Ist vielleicht ein bescheuertes Hobby von mir. Ich beobachte auch sehr gerne Gewitter. Vor allem wenn es dunkel ist und man die ganzen Wetterleuchten sieht. Vielleicht schüttelt da der ein oder andere den Kopf. Ich finde das sieht einfach schön aus.
 
  • #20
Mich aus zu lachen dürfte sehr schwer sein, da ich selbst über mich gerne lache und grundsätzlich gerne lache!
Wer mit den "S" Werten gut ausgestattet ist, mit: Selbstliebe, Selbstwert, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und so weiter, zu sich selbst aufrichtig und authentisch ist, der merkt sehr schnell, wie auch lachen gemeint ist und lacht einfach mit, damit ist der Wind aus den Segeln genommen!
 
  • #21
Meine Mutter saß mal in einem Liegestuhl, der dann zusammengeklappt ist. Sie lag mit ihm eingeklemmt auf dem Boden und keiner von uns war in der Lage ihr zu helfen. Wir mussten einfach LACHEN. Das war kein Auslachen sondern die hier bereits zitierte Situationskomik. Niemand hat sie verspottet oder diffamieren wollen. Aber es war nun einmal urkomisch.

Irgendwann hat sie sogar mitgelacht, weil es eben einfach komisch war. Und ja, jetzt gäbe es Leute, die würden da pissig reagieren. Was könnte der Grund dafür sein: fehlende Souveränität, sie fühlen sich getriggert, haben zu wenig Selbstbewusstsein oder eben einen ganz anderen Humor.

Mein Ex-Mann fiel in diese Kategorie. Er war auch in anderen Lebensbereichen verklemmt, humorlos und pissig. Daher auch: mein EX-Mann. Ich habe übrigens gelernt, mich vor Leuten, die zu schnell alles persönlich nehmen, zu hüten. Man betritt ständig irgendwelche Minenfelder und weiß es teilweise noch nicht einmal. Und darauf habe ich keine Lust. Nee, wirklich nicht.
 
  • #22
Ich glaube jedem ist schon mal passiert, dass man im falschen Moment gelacht hat.
Bei mir war es zb meine Freundin, die wie in Slowmotion beim Aussteigen hinfiel und den Kaffee dabei in meinen Wagen warf um die Hände frei zu haben.
Nur leider verdrehte ihr Knöchel....
Da war mein Lachanfall auch sofort wieder weg...nur erstmal ward er nicht zu halten.
Tat mir echt leid...

Ich bekomme den über mich und eben über Situationskomik

Aber nicht um jemanden bewusst auszulachen und kleinzumachen.
 
  • #23
Also ich finde Situationskomik herrlich. Mir passieren so viele Missgeschicke über die ich selber lachen kann, da finde ich es auch durchaus in Ordnung, wenn jemand anderes mitlacht.
Die Grenze ist dann bei mir, wenn ich mich verletzt habe und jemand anderes noch lange weiterlacht und mir nicht hilft oder ich das Gefühl bekomme als Person nicht ernst genommen zu werden.
Ein Beispiel: Ich war 17 und mit meinem damaligen Freund nach einer Veranstaltung nachts auf dem Weg zum Bahnhof, wir haben beide etwas getrunken und liefen als gedachte Abkürzung auf einem Mauervorsprung, welcher an der Seite bepflanzt war und unterhielten uns dabei. Wir bekamen nicht mit, dass die Straße darunter ein Gefälle hat wodurch dieser Mauervorsprung irgendwann 1m oder 1,50 hoch war und plötzlich endete und ich während der Unterhaltung runterfiel. Das muss wohl sehr lustig ausgesehen haben, weil ich plötzlich weg war und unten lag. Ich habe gelacht, er hat gelacht.
Aber als ich aufstehen wollte bemerkte ich dass mein Handgelenk sehr schmerzte und ich mich zum Aufstehen nicht auf die Hand abstützen konnte. Er lachte weiter anstatt mir aufzuhelfen. Und lachte auch danach noch weiter obwohl ich Schmerzen hatte und fing immer wieder an zu lachen, wenn ich mich die folgenden Tage auf der Hand abstützen wollte und Schmerzen hatte, weil wie er sagte, immer wieder an die Situation denken musste.
Fand ich irgendwann nicht mehr so lustig, nachdem es nicht besser wurde und ich doch mal zum Arzt gegangen bin und nach 4 Wochen ohne Besserung trotz Gipsschiene im CT ein Kahnbeinbruch festgestellt wurde, der mir weitere 12Wochen Vollgips einbrachte. Trotzdem fing er immer wieder an zu lachen, wenn er meinen Gips angeschaut oder Leuten davon erzählt hat wie ich zu meinem Gipsarm kam... Da fand ich das irgendwie überhaupt nicht mehr lustig.
 
  • #24
Ist vielleicht ein bescheuertes Hobby von mir. Ich beobachte auch sehr gerne Gewitter. Vor allem wenn es dunkel ist und man die ganzen Wetterleuchten sieht. Vielleicht schüttelt da der ein oder andere den Kopf.
Nein, den Kopf würde ich schütteln, wenn Du Satelitenbilder beobachtest, dann zur Gewitterfront eilst um Dich auf freiem Feld zu stellen, Thor anflehst und Dein Schicksal herausforderst. Solange Du das aus den sicheren 4 Wänden machst, ist das nichts worüber ich mich wundern würde. Seit "Ela" habe ich höllischen Respekt vor Unwettern, auch in meinen 4 Wänden, in ein Auto würde mich da kein Mensch mehr kriegen. Im Zoo beobachte ich auch gern so manches Tier.

Über Ängste, Schaden oder Schmerzen eines anderen zu spotten ist für mich auslachen. Da ich aber ein Mensch bin, passiert mir das auch.

Als ich mit unserer ersten Tochter schwanger war und ich so eine ordentliche Plauze hatte, waren wir auf einer Gartenparty. Ich wollte mich dann so elegant in einem aufgeblasenen Poolsessel niederlassen, da gab es einen lauten Knall und das Ding platzte. Ich saß auf dem Boden und es gab keinen der nicht gelacht hat, das Aufstehen war etwas umständlich.

Wäre das einem übergewichtigen Menschen passiert würde ich nicht lachen, weil ich mir ausmalen könnte wie unangenehm es wäre.
 
  • #25
Ich differenziere
- ob ich jemanden auslache, d.h. mit Häme auf seinem Ungeschick rumhacke um ihn klein zu machen. Das ist verletztend und extrtem lieblos. Machen m.E. soziale Wichte ohne einen Hauch von Humor.
- ob ich über Situationskomik lache. Das ist eine komische Situation in die jemand vertstrickt ist. Das Lachen gilt nicht ihm, seiner Person, sondern der Situation - m.E. das was Du beschreibst.
- ob ich mit jemandem lache über etwas, was er grad gemacht hat und schiefgegangen ist. Das verlangt in erster Linie viel Humor und die Fähigkeit über sich selber zu lachen.

Mir ist die letzte Variante die liebste und auch die häufigste. Ich kann ganz wunderbar über meine eigenen Missgeschicke lachen und hatte schon öfter Situationen, wo andereentsetzt guckten, weil sie einen Lachflash bekämpften, weil sie mich nicht kränken wollten und ich sagte selber schon lachend nur "lachen erlaubt. In Hollywood schreiben sie Jahre an so einer Szene".

Die Frage ist, ob sie sich einfach immer geärgert hat, weil sie sauertöpfisch war oder ob ihr anderes Verhalten nicht auch etwas mit Deinem Verhalten zu tun hat.
Verhalten zwischen 2 oder mehreren Menschen ist üblicherweise Resonanz - ein Abbild ihrer Beziehung zueinander.

Mein Exmann war Vertreter der Humorklasse 1 - Häme, übrigens nicht nur mir gegenüber. Irgendwann hatte ich auch jedes Vertrauen in ihn verloren, dass er mir gegenüber wohlwollendes Verhalten zeigen könnte und da habe ich auch nur noch schmallippig geguckt, wenn er man wieder meinte, sich auf meine Kosten erhöhen und dann noch als humorlos hinzustellen zu müssen.

Ich bin ganz sicher das Gegenteil von humorlos, sagen alle Freunde, Exkollegen, Verwandten.
Mit meinem Mann haben wir beidseitig Humorklasse 3 - viel miteinander zu lachen, weil totales Vertrauen in das wohlmeinen des gegenübers.

Das mit dem Liegestuhl ist mir neulich im Beachclub passiert - hatte wohl jemand falsch aufgestellt.
Der vollbesetzte Club (ich auch) hat sich den Rest des Abends vor Lachen nicht mehr eingekriegt - der Tisch mit den Getränken war auch noch auf mich draufgekippt.
Es hat eine mittlere Ewigkeit gedauert, bis ich aus dem Liegstuhl raus war. Meine Klamotten waren klebrig nass (Aperol Sprizz) und voller Sand. Der Clubchef war untröstlich, das Personal sozial kompetener.
Ich habe ein riesengroßes Personal-Tshirt und eine lange Serviceschürze, aus der ich mir einen eleganten Wickelrock machte. Ihr glaubt doch nicht, dass ich bei dem Wetter Tisch und Stuhl im Schatten aufgegeben hätte.
Den ganzen Abend jagten Lachsalven durch den Club und ich fühlte mich keineswegs gekränkt - meinte keiner so. Ich hatte Konsum auf Kosten des Hauses und der Hund so viele Eiswürfel frei wie er kauen wollte. Der will jetzt auf jeder Abendrunde dort einkehren und feiern.
 
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  • #26
Ist vielleicht ein bescheuertes Hobby von mir. Ich beobachte auch sehr gerne Gewitter. Vor allem wenn es dunkel ist und man die ganzen Wetterleuchten sieht. Vielleicht schüttelt da der ein oder andere den Kopf. Ich finde das sieht einfach schön aus.
Ach Jochen ......
Nicht umsonst heisst es "Naturschauspiel".
Ja, du bist bei weitem nicht der Einzige, dem solche Lichtspiele gefallen. Überleg mal - Feuerwerk ist im Grunde ein künstliches "Gewitter" - Farbenpracht und im Hintergrund dunkler Himmel. Die Beleuchtung von Discotheken u.ä. ist auch vom Gewitter inspiriert worden - Lichtblitze etc.

Da gibt es nun wirklich nichts zum Auslachen.
 
  • #27
Sie haben danach auch gelacht. Meine Ex hat das immer geärgert.
Ich finde es nicht schlimm, zu lachen, weil man sich bei einem Blitz erschreckt. Womöglich hast du bei deiner Ex aber einen wunden Trigger-Punkt getroffen, den du hättest nicht absichtlich angreifen dürfen - vor allem nicht "immer". Da fehlt es dir an Empathie, die ich hier im Forum oft auch vermisse. Du könntest meiner Ansicht nach etwas vom Gas runtergehen und verbal bisschen milder und rücksichtsvoller werden.

Ich muss die Person aber vorher gut kennen, bevor ich Witze auf ihre Kosten mache, denn sonst geht es nach hinten los.

Ich würde allerdings nie jemanden auslachen. Wo liegt bei euch die Grenze? Ich meine damit, dass ihr es dem anderen übel nehmt?
Wenn jemand Scherze macht, ohne mich oder meine Trigger-Punkte zu kennen. Ein harmloser Scherz könnte einen wunden Punkt bei mir aufdecken. Das ist mit Sicherheit kein Blitz!
Aber ein anderer hat womöglich tatsächlich Angst vor einem Blitz, hatte schon mal ein gefährliches Erlebnis mit Strom/Blitz oder kennt jemanden, der daran gestorben ist, also würde ich da nicht (wie du sagst) "immer" Scherze machen, wenn jemand einmal komisch darauf reagiert. Du weißt nie, was eine Person erlebt hat.

Ich persönlich bin bei Gewitter sowieso nicht so extrem schreckhaft. Sie haben mir schon immer gefallen. Selbst in der Kindheit schon.
Schön und erklärt deine Vorliebe dafür. Ein anderer würde dir vielleicht erklären, dass er bei Blitz schon mal eine Katastrophe erlebt hat und daher ängstlich reagiert.

Jemanden auslachen tue ich generell nicht. Ich versuche erstmal jeden ernst zu nehmen, je mehr ich die Person mag, umso mehr bin ich wachsam und beobachte, bevor ich voreilig was raus haue.

Übrigens, Gewitter sind zwar schön von daheim aus wo man dekadent und sicher lebt, aber wenn man schon mal bei Gewitter unterwegs war, vielleicht in einer ungünstigen Gegend, kann einem das Lachen schnell vergehen. Unsere Vorfahren hatten unheimlich Angst vor Gewitter, denn ihnen fehlte der bequeme Schutz von heute.
 
  • #28
vor allem wenn jemand tatsächlich Riesenschreck empfunden, z. B. aus dem Schlaf gerissen mit lauten Geräuschen oder bösen Masken.
Wäh, das ist ja voll daneben. Ich finde sowas niederträchtig und mies.
Ich finde auch die Sendung "Verstehen Sie Spaß" nicht lustig. Aber das heißt ja auch nicht "Lachen Sie mit", sondern es werden Leuten Streiche gespielt, die sie selbst dann mit Humor nehmen sollen. Und anscheinend sind dabei auch Angehörige, die den Reingelegten, die sie nicht leiden können, auch wirklich mal einen mitgeben wollen.

Anders kann ich mir nicht erklären, warum eine Mutter die Wohnung ihrer Tochter, die sehr viel Wert auf ihre Sachen legte, im Urlaub ausräumen lässt und eine ausländische Familie da zum Spaß einquartiert. Ich meine, sie hätte sogar gesagt, die Sachen seien bei Ebay verkauft worden, aber weiß ich nicht mehr genau. Ich würde mit meiner Mutter nie wieder ein Wort reden, wenn sie sowas machte.
Oder der Mann mit dem Abrissunternehmen, der dachte, er hätte ein falsches Haus abgerissen.

Das können doch nur empathiebefreite Leute sein, die das witzig finden. Mag ja sein, dass die Leute, die ihre Angehörigen reinlegen, denken, sie hätten echt einen Grund, denen mal ein Denkzettel zu verpassen und sich darüber amüsieren. Aber als Publikum? Ich hab mich eher in die Opfer versetzt.
 
  • #29
Seit "Ela" habe ich höllischen Respekt vor Unwettern, auch in meinen 4 Wänden, in ein Auto würde mich da kein Mensch mehr kriegen.
Natürlich habe ich auch einen gewissen Respekt vor Unwettern. Das war vor ein paar Jahren. 2013 habe ich mal ein richtiges Unwetter erlebt. Da gab es richtig großen Hagel. Ich komme aus Baden-Württemberg aus dem Kreis Reutlingen. Seither habe ich schon etwas Respekt.
 
  • #30
Auch eine gewisse Schadenfreude ist mir nicht fremd. Neulich hat eine der Sekretärinnen bei uns sich lautstark über den (freundlichen und liebenswerten) Schäferhund eines Mitinhabers beschwert. Herrchen und ich haben das geduldig angehört, während der Hund die Zeit genutzt hat und ihr den LKW (Brötchen mit Leberkäse) vom Schreibtisch geklaut hat, an ihr vorbei getragen und dann zufrieden gemampft hat. Ich habe richtig schallend gelacht .... sowohl über den schlauen Hund als auch über ihr dummes Gesicht.
Ich denke da hätte ich mich auch kaputt gelacht. Ich denke derjenige der behauptet er wäre noch nie schadenfroh gewesen der lügt.
 
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